Causa ORF

Weißmann: Opfer kontert jetzt erstmals öffentlich

17.03.2026

Das mutmaßliche Opfer sexueller Belästigung äußert sich jetzt erstmals öffentlich zu der Causa Weißmann. Sie widerspricht den Darstellungen des Ex-ORF-Generals. Es habe nie eine Liebesbeziehung oder Affäre gegeben. 

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Erstmals äußert sich das mutmaßliche Opfer des zurückgetretenen ORF-Generaldirektors Roland Weißmann. In einem Schreiben, das oe24 vorliegt, widerspricht die Frau, die Weißmann sexuelle Belästigung vorwirft, den Behauptungen des früheren ORF-Chefs.

Es habe nie eine Liebesbeziehung gegeben, auch keine Affäre. Weißmann bestreitet bekanntlich die Vorwürfe. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Keine Affäre und nie "intimen physischen Kontakt"

In dem Schreiben der Frau heißt es nun: Es habe nie eine Affäre und nie „intimen physischen Kontakt“ gegeben. „Dies bin ich bereit, unter Eid zu erklären“. Weißmanns Anwalt hatte das ja in seiner Stellungnahme behauptet. Die Frau beklagt zudem: „Ich wurde diskreditiert, diffamiert und es wurde mir sogar unterstellt, die von mir gewählte Vorgangsweise aus sachfremden Überlegungen, gar als Werkzeug einer Männer-Intrige gewählt zu haben.“ Das mache sie „sehr betroffen“.

Mit ihrem jetzigen Vorgang wolle sie aber Weißmann nicht diffamieren. „Es dient dazu, der Öffentlichkeit meine Geschichte bekanntzumachen“.

Weißmann bringt Anzeige ein 

Weißmann lässt indes eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien einbringen. Es bestehe rund um die Vorgänge, die zu seinem Rücktritt geführt haben, der Verdacht „strafrechtlich relevanten Verhaltens mehrerer involvierter Personen“. Wer genau damit gemeint ist, wurde nicht gesagt. 

Die Androhung gerichtlicher Schritte Weißmanns empfindet die betroffene Frau jedenfalls als "durchsichtiges Ablenkungsmanöver". Und: "Meinem wiederholt kommunizierten Angebot, die Angelegenheit auf einem respektvollen Niveau zu lösen, wollte Herr Weißmann nicht nähertreten. Stattdessen wird offenbar Druck eingesetzt, dem ich mich ausdrücklich verwehre."

"Verbreitung weiterer Unwahrheiten vermeiden" 

Sie habe dem ORF auch angeboten, "über meine Rechtsvertretung ein direktes Gespräch zu führen sowie Informationen und Unterlagen vorzulegen." Das habe sie aus "Transparenzgründen" und für eine "objektive Grundlage zur Beurteilung des Sachverhalts" getan. 

Den Schritt an die Öffentlichkeit habe sie gemacht, da die rechtliche Aufarbeitung noch Wochen in Anspruch nehmen werde. Bis dahin möchte sie "die Verbreitung weiterer Unwahrheiten vermeiden" und der Öffentlichkeit ein "klares Bild des Geschehenen geben".