Enthüllt
Das steckt hinter den "verschwundenen" Corona-Impfdosen
24.02.2026Fast 12 Millionen Corona-Impfdosen sollen verschwunden sein. Ein genauerer Blick zeigt allerdings: Das Ausmaß ist nicht ganz so dramatisch.
Insgesamt 61,8 Millionen Covid-Impfdosen wurden bereits seit 2020 geliefert. Das geht aus einer aktuellen Anfragebeantwortung von Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) hervor. Rechnet man die im elektronischen Impfpass dokumentierten 21,9 Millionen Dosen sowie die 26,6 Millionen vernichteten Dosen dagegen, bleibt eine Differenz von 13,3 Millionen. 1,5 Millionen Dosen lagern derzeit noch beim vom Bund beauftragten Großhändler.
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Somit sind 11,8 Millionen Dosen vom Erdboden verschluckt, so die Schlussfolgerung mehrerer Medienberichte. Ganz so stimmt das nicht, wie ein genauerer Blick zeigt. Optimal verläuft die Handhabe mit den Impfstoffen aber keineswegs.
Fast 10 Millionen Dosen an andere Länder gespendet
Was die obigen Zahlen nämlich außer Acht lassen, sind die Dosen, die an andere Länder im Rahmen internationaler Solidaritätsprogramme gespendet wurden. Dabei wird bei den 61,8 Millionen gelieferten Impfdosen explizit erwähnt, dass hier auch jene Mengen gerechnet wurden, die an andere Länder gespendet wurden.
Die entsprechenden Zahlen finden sich in einer vorhergehenden Anfrage-Beantwortung. Wie eine oe24-Auswertung ergab, gingen rund 9,8 Millionen Dosen seit 2021 ins Ausland. Dadurch verringert sich der Anteil der "verschwundenen" Dosen deutlich.
Trotzdem bleibt am Ende noch eine Differenz von rund zwei Millionen. Das Gesundheitsministerium erklärt allerdings, dass bei den "verimpften" Dosen nur jene gezählt werden, die auch im e-Impfpass dokumentiert werden. Zudem seien in vielen Einrichtungen noch einsatzbereite Impfstoffe lagernd. Eine exakte Erhebung dieser Menge sei allerdings nicht seriös schätzbar.
Impfstoff-Entsorgung kostete bereits 200.000 Euro
Für das laufende Jahr bestehen jedenfalls noch Abnahmeverpflichtungen von 270.000 Dosen. Für die Folgejahre gibt es keine vertraglichen Verpflichtungen mehr.
Die bisher abgerechneten Gesamtkosten für die Entsorgung der Impfdosen liegen übrigens bei 200.000 Euro.