Für Innenministerium
Kurios: Ex-DSN-Chef "evaluiert" jetzt die DSN
24.02.2026Der frühere DSN-Chef Omar Haijawi-Pirchner hat dem Innenministerium nicht ganz den Rücken gekehrt. Er arbeitet mittlerweile an der "Evaluierung" des Verfassungsschutzes mit - also just jener Behörde, die er selbst noch vor zwei Monaten führte.
Seit Ende Dezember ist Omar Haijawi-Pirchner nicht mehr Direktor der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN). Dem Innenministerium ist er aber erhalten geblieben, wie sich nun herausstellt.
- SPAR setzt in Sachen Sicherheit auf früheren Geheimdienstchef
- Ex-Staatsschutz-Chef macht sich jetzt selbstständig
Neben seiner neu gegründeten Sicherheitsberatungsfirma "HP Strategic Consulting" ist Haijawi-Pirchner seit Jänner auch als "Fachexperte für die Evaluierung des Verfassungsschutzes" im Innenministerium tätig, wie das Ressort auf oe24-Anfrage bestätigt. Er evaluiert also just jene Behörde, der er vor wenigen Monaten noch vorstand.
Ex-DSN-Chef evaluiert DSN
Schon Ende Jänner brachte die FPÖ hierzu eine Anfrage an Innenminister Gerhard Karner ein. Zuvor kündigte Haijawi-Pirchner das in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" an. Auch der "exxpress" berichtet über die Anstellung Haijawi-Pirchners im Innenministerium.
Aus dem Innenministerium heißt es gegenüber oe24: "Im Rahmen der Evaluierung des Verfassungsschutzes wurde zunächst der Ist-Stand in den relevanten Bereichen analysiert. Auf dieser Basis wird derzeit ein Zielbild erarbeitet, das als Grundlage für die weiteren Schritte dient."
Haijawi-Pirchner hat keinen Zugriff mehr auf sensible Daten
Haijawi-Pirchner hat laut Innenministerium aber keinen Zugriff mehr auf sensible oder vertrauliche Daten. Entsprechende Zugriffsrechte wurden ihm mit dem Ausscheiden aus der DSN vollständig entzogen.
Die FPÖ ortet dahinter jedenfalls einen Postenschacher. „Dass der gescheiterte Ex-DSN-Chef Haijawi-Pirchner nun sein eigenes, desaströses Erbe ‚evaluieren‘ darf, ist keine Aufarbeitung, sondern eine Farce auf Steuerzahlerkosten. Man macht hier sprichwörtlich den Bock zum Gärtner und verkauft die Österreicher für dumm", so der blaue Sicherheitssprecher Gernot Darmann.