Ampel-Krach droht

Kommissions-Pläne: Längerer Wehrdienst, Stellung ab 16

15.01.2026

Beim Wehrdienst bahnt sich ein Koalitionsstreit an. 

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© APA/MAX SLOVENCIK
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Im Juni 2025 setzte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) eine Kommission ein, die Reformideen für die Wehrpflicht erarbeiten sollte. Am Dienstag wird die Kommission - sie besteht aus 23 Mitgliedern - ihre Ergebnisse präsentieren. Das dürfte für Zündstoff in der Regierung sorgen.

Denn wie bereits mehrfach berichtet, wird die Kommission höchstwahrscheinlich eine Verlängerung des Wehrdienstes vorschlagen. Wie die "Presse" nun berichtet, laufen sämtliche Reformmodelle der Kommission auf eine Verlängerung hinaus. Zwei davon gelten als politisch - zumindest noch am ehesten - umsetzbar. 

"8+2"-Modell im Fokus 

Einerseits soll das "8+2"-Modell im Raum stehen. Die Wehrpflicht würde acht Monate dauern, anschließend müssten über Jahre verteilt Übungen im Ausmaß von insgesamt zwei Monaten absolviert werden. Der Zivildienst würde auf 12 Monate verlängert.

Das zweite Modell - laut "Presse" soll vor allem die SPÖ diese Variante präferieren - zielt auf eine unveränderte Grundwehrdienstzeit (6 Monate) ab. Anschließend würde allerdings eine mehrwöchige bzw. mehrmonatige Übungspflicht gelten. 

Stellung schon mit 16

Auch das Verfahren rund um die Stellung könnte von der Kommission mit einer Reform bedacht werden. Bisher sind bekanntlich nur männliche, österreichische Staatsbürger ab dem Jahr, in dem sie 18 Jahre alt werden, stellungspflichtig. Die Kommission will nun offenbar vorschlagen, die Frist auf 16 Jahre herabzusetzen. So soll der Anteil der Untauglichen - derzeit bereits bei 22 bis 23 Prozent - gesenkt werden. 

Eine Idee sieht auch vor, jungen Frauen ab 16 Jahren die Möglichkeit zu geben, die Stellung und den Wehrdienst freiwillig zu absolvieren. 

NEOS auf der Bremse

Vor allem die NEOS stehen bei einer Verlängerung der Wehrpflicht - oe24 berichtete - auf der Bremse. „Wir sind immer gegen eine Verlängerung des Wehrdienstes gewesen und sie ist auch nicht Teil des Regierungsprogramms. Ich sehe derzeit keine politische Mehrheit dafür", sagt nun auch der pinke Generalsekretär Douglas Hoyos gegenüber der "Presse". Der Bericht der Kommission bietet also Zündstoff. 

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