"Problematisch"
Wirbel um Südtirol-Posting von Tirol Werbung
27.01.2026Ein Posting der Tirol Werbung auf Instagram zu den vermeintlichen Unterschieden zwischen Tirol und Südtirol hat am Dienstag für Aufregung gesorgt.
Während die Tirol Werbung dem eigenen Bundesland Eigenschaften wie "Classic Alps vibes" zuschrieb, wurde Südtirol mit "Italy" gleichgesetzt, "Italian flair" und ein "dialect impossible to understand" attestiert. FPÖ und Süd-Tiroler Freiheit protestierten, Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) distanzierte sich vom Sujet.
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Die FPÖ und die Südtiroler Partei Süd-Tiroler Freiheit verurteilten in einer gemeinsamen Aussendung das mittlerweile gelöschte Posting. "Wer Südtirol auf Pizza, Wien und einen 'dialect impossible to understand' reduziert, verspottet nicht nur einen Landesteil, sondern tritt die gemeinsame Geschichte Tirols mit Füßen", kritisierte die Tiroler Landtagsabgeordnete Gudrun Kofler (FPÖ) und merkte an, dass die Kampagne aus öffentlichen Mitteln finanziert werde. Zudem kündigte sie eine Anfrage an den zuständigen Landesrat Mario Gerber (ÖVP) an. Als "problematisch" bezeichneten Kofler und der Südtiroler Landtagsabgeordnete Sven Knoll (Süd-Tiroler Freiheit) die Gegenüberstellung des "echten Tirol" mit "Kaiserschmarrn und Knödeln" und Südtirol als "italienisch angehauchte Folklore-Kulisse".
Mattle betonte Freundschaft zu Südtirol
Für Unmut sorgte das Sujet auch bei Tirols Landeschef Mattle, der derzeit auch Präsident der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino ist. "Dieses Sujet der Tirol Werbung entspricht nicht dem Euregio-Gedanken, nicht der Zielsetzung der Tiroler Euregio-Präsidentschaft und nicht meinem persönlichen Zugang". Südtirol sei ein "Partner und Freund, kein Konkurrent oder Gegner", hieß es in einem Online-Bericht der "Tiroler Tageszeitung", die zuerst über die Causa berichtet hatte.
Die Tirol Werbung reagierte indes auf die Kritik und versuchte zu kalmieren. "Wir wollten mit unserem Posting zum Vergleich zwischen Tirol und Südtirol einem aktuellen Trend auf Instagram folgen, indem sich Destinationen vorstellen und auch humorvoll vergleichen". Dies sei "nicht gelungen" und werde der "besonderen Beziehung" zwischen den beiden Ländern "nicht gerecht". Daher sei es "unverzüglich gelöscht" worden. Die Südtirol Werbung sah den Vorfall offenbar gelassen, likte das Posting und antwortete laut "TT": "Hey, Knödel haben wir auch, aber beim Dialekt kann es schon mal schwierig werden."