Mineralöllobby warnt
Spritmangel: Was jetzt auf uns zukommt und was Experten fordern
26.03.2026Dauert der Irankrieg noch länger, wird Sprit ab Ende April knapp. Wir sollten mehr Rad und Öffi fahren, Apps für Fahrgemeinschaften nutzen und das Thema Verbrauch groß kampagnisieren, fordern Experten. Autofreie Tage als Pflicht sind kein Thema.
Der Mineralölverband Fuels und Energie warnt vor Lieferengpässen bei einem längeren Iran-Krieg. „Sollte sich die Blockade der Straße von Hormus in nächster Zeit nicht spürbar entspannen, verschärft sich der globale Wettbewerb um das am Markt verfügbare Angebot an Rohöl und Mineralölprodukten“, sagte ein Sprecher der „Rheinischen Post“. Dann könnte die Versorgung Europas und damit auch Österreichs in Mitleidenschaft gezogen werden. Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht einen Spritmangel Ende April, falls der Krieg länger dauert. Wie beurteilt das offizielle Österreich die brenzlige Lage?
Energieminister: "Müssen bereit sein, weitere Schritte zu setzen"
Aus dem Büro von Österreichs Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) heißt es zu oe24: "Wenn sich die internationale Lage weiter verschärft, müssen wir bereit sein, weitere Schritte zu setzen. Denn es wäre nicht verantwortungsvoll, den Menschen vorzugaukeln, Österreich könne von möglichen Versorgungsengpässen unter allen Umständen verschont bleiben."
Um vorbereitet zu sein, hat der Energieminister die Freigabe von Ölreserven angeordnet. 65.000 Tonnen Rohöl werden ab 1. April freigeben - das reicht für den österreichischen Verbrauch von 3 Tagen.
Insgesamt hat Österreich fast 3 Mio. Tonnen Rohöl als strategische Reserve gebunkert.
"Unternehmen müssen handeln"
VCÖ-Experte Mag. Christian Gratzer sagt oe24, dass die Unternehmen handeln müssen: "Sie sollten Öffi-Tickets anbieten, Fahrrad fahren fördern und Apps für Fahrgemeinschaften in den Vordergrund heben." Es gilt: Das Thema Verbrauch müssten Staat und Unternehmen jetzt groß kampagnisieren.
Auch Park&Ride kann helfen, Geld zu sparen, indem man mit dem Auto nur bis zum Bahnhof fährt, und dann das Klimaticket (gibt es für jedes Bundesland) nutzt. Kurzstrecken sollte man zu Fuß gehen oder radeln, sagt Gratzer.
Tempolimit
Ein Tempolimit kann helfen, den Verbrauch um ein Viertel zu senken, sagt Gratzer: "Das kann man freiwillig einhalten, es hilft Geld zu sparen." Wenn man 100 km/h statt 130 km/h fährt, spart man laut Umweltbundesamt 23% Sprit. Auf hundert Kilometer wäre der Spritpreis dann bei 1,54 Euro statt bei 2 Euro.
Autofreie Tage als Pflicht sind kein Thema. Wenn der Iran-Krieg bis Ende April dauert, wird man um sie vielleicht nicht mehr herumkommen.