Bundesheer

Wehrdienst-Zahlen steigen leicht

03.02.2026

Tanner sieht in den Entwicklungen einen Beleg dafür, "dass der Wehrdienst nach wie vor als sinnvoller Beitrag zur Sicherheit des Landes wahrgenommen wird."

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© APA/FLORIAN WIESER
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Wien. Das Bundesheer verzeichnete 2024 einen leichten Anstieg bei Grundwehrdienern und Freiwilligen. Von 28.778 tauglichen Männern entschieden sich rund 16.361 bzw. 57 Prozent für den Grundwehrdienst, wie aus einer Aussendung von ÖVP-Verteidigungsministerin Klaudia Tanner am Dienstag hervorgeht. 2023 waren es 15.771 bzw. 54 Prozent. Beinahe gleichbleibend ist jedoch die Zahl der 2024 eingerückten Wehrdiener und der tauglichen Männer. Freiwillige gab es um 0,5 Prozentpunkte mehr.

Tanner sieht in den Entwicklungen einen Beleg dafür, "dass der Wehrdienst nach wie vor als sinnvoller Beitrag zur Sicherheit des Landes wahrgenommen wird." Etwas mehr taugliche junge Männer, die sich zum Grundwehrdienst bereit erklärten, gab es in den letzten zehn Jahren nur 2017 und 2018 mit jeweils knapp 16.800 Wehrdienstwilligen. Wegen geburtenstarken Jahrgängen entsprach das auch damals einem relativen Anteil von rund 57 Prozent. Der Statistik nach ist die Zahl der Tauglichen im Vergleich zu damals in absoluten Zahlen gesunken, relativ betrachtet jedoch von 76 Prozent im Jahr 2018 auf 79 Prozent in den Jahren 2023 und 2024 angestiegen.

Einrückungen weiterhin auf niedrigem Niveau

Weiterhin auf niedrigem Niveau bewegt sich jedoch die Zahl der tatsächlich eingerückten Grundwehrdiener. Zwar traten mit 14.661 Grundwehrdienern im Jahr 2024 um 345 mehr junge Männer ihren sechsmonatigen Wehrdienst an als 2023. Allerdings sind diese Werte die niedrigsten der letzten zehn Jahre. Zwischen 2015, als 19.122 Grundwehrdiener ins Bundesheer einrückten, und 2021 mit 15.824 Einrückungen, nahm die Zahl der Grundwehrdiener konstant ab, ehe sie 2022 zum letzten Mal die Grenze von 16.000 überstieg. Im Gegensatz dazu zeichnete sich bei den Freiwilligenmeldungen ein leichter Zuwachs um 0,5 Prozentpunkte von 1.121 auf 1.223 Freiwillige ab. Den Höchststand verzeichnete man mit 1.343 Freiwilligen im Jahr 2021, am wenigsten Freiwillige (428) meldeten sich 2015.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums gehören dem Bundesheer derzeit rund 14.200 Berufssoldatinnen und -soldaten, 33.000 Milizsoldatinnen und -soldaten und 15.000 Grundwehrdiener an. Wenn auch der Frauenanteil in der Miliz mit 0,4 Prozent weiterhin verschwindend gering ist, verzeichnete das Bundesheer hier zwischen 2015 und Dezember 2025 einen besonders starken Anstieg von zwei auf knapp 120 Milizsoldatinnen.

Volksbefragung steht im Raum

Die Veröffentlichung der Wehrdienst-Statistik erfolgte inmitten der Debatte um die Verlängerung der Wehrpflicht. Die Wehrdienstkommission empfiehlt, den Wehrdienst auf ein "8 plus 2"-Modell zu verlängern: Der Grundwehrdienst soll acht Monate dauern, danach sollen insgesamt zwei Monate Milizübungen folgen. Der Zivildienst soll zumindest zwölf Monate dauern. Die Reform ist in der Koalition umstritten. Am vergangenen Freitag kündigte Stocker dann überraschend an, er wolle in der Frage eine Volksbefragung abhalten. SPÖ und NEOS waren darüber nach eigenen Angaben nicht informiert. Der Vorsitzende der Wehrdienstkommission, Erwin Hameseder, reagierte in einem Interview mit der "Presse" ablehnend auf eine solche Befragung und drängte auf eine "klare und unmittelbare Entscheidung" der Politik.