Wolfgang Fellner

Das sagt Österreich

24.01.2015

SPÖ gewinnt mit der Steuerreform, FPÖ mit Euro-Krise

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© TZ ÖSTERREICH
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Das neue Polit-Barometer von Gallup zeigt jene Trends, die ich hier schon vor geraumer Zeit für 2015 erwartet habe:

● Die FPÖ ist – vorerst – bei 26 % an ihrem Plafond angelangt. Für einen Vormarsch Richtung 30 % bräuchte sie mehr inhaltliche Ansagen, weniger Skandälchen und eine echte Euro-Krise.

● Die ÖVP hat das Ende des Django-Effekts erreicht. Mitterlehner hat die Partei auf beachtliche 25 % gebracht – für mehr müssten seinen Worten bald Taten folgen.

● Die SPÖ holt auf. Faymann agiert nach dem Motto „Totgesagte leben länger“ am stärksten, wenn er unter Druck gerät. Dann wird er zum Populisten (siehe Saudi-Zentrum), zum Reformer und Kämpfer. In diesem Fall für die Steuerreform.

Wie von mir vorhergesagt, liegen Anfang 2015 alle drei Großparteien Kopf an Kopf – „to close to call“. Wer in diesem kleinen Wahlkampf-Jahr Erster wird, hängt von den nächsten Wochen ab.

Werner Faymann hat gute Chancen, wieder auf Platz 1 
zu kommen, wenn die von ihm à la Weihnachtsmann herbeigewünschte Steuerreform wirklich kommt. Und zwar in vollem Volumen von 5 Milliarden. Dann ist die SPÖ im April Nummer 1.

Django Mitterlehner kann den Erfolgs-Run der ÖVP Richtung Platz 1 nur dann fortsetzen, wenn seine Partei bei Steuer- und Schulreform nicht blockiert und der Wirtschaftsaufschwung wirklich kommt. Das wird eher schwierig werden.

HC Strache braucht für seinen Run auf Platz 1 die Euro-Krise. Nur wenn Europa wackelt und der Euro crasht, wird Strache zur klaren Nummer 1 im Land.

Das Erdbeben in Europa kann schon heute beginnen. Wenn der linke Populist Tsipras in Griechenland gewinnt (und Angela Merkel ihre größte Watsche verpasst) und wenn die irrwitzige Milliarden-Verbrennungsaktion der EZB nicht den gewünschten Wirtschaftsaufschwung bringt, sondern den Euro stürzt, dann wackelt Europa, die EU und der Euro. Und mit ihnen unsere Regierung.

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