Das sagt ÖSTERREICH

Wahltag: Phänomen Kurz und Rätsel Grün

21.04.2018

Ein Kommentar von Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner.

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© TZOe Artner
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Der dritte Wahl-Triumph für Sebastian Kurz bei vier Landtagswahlen in seinen ersten 130 Tagen als Kanzler hat zwei Ursachen:

Erstens: Die Österreicher lieben in Zeiten wie diesen offenbar ihre "Landes-Kaiser" - und das zu Recht. Sowohl der jetzt so erfolgreiche Wilfried Haslauer als auch zuvor Mikl, Platter und Kaiser haben fehlerfrei und skandalfrei regiert. Alle vier Wahlsieger sind Politiker, wie sie sich der Wähler wünscht: Engagiert für ihr Land, rund um die Uhr im Einsatz, bürgernah.

Der zweite Grund: Die Wähler sind in großer Mehrheit - laut Umfrage zu 62 % - mit der Arbeit des jungen Kanzlers zufrieden. Nur 15 % sehen Kurz negativ. Das bringt seiner ÖVP, sobald sie einen guten Kandidaten wie Haslauer hat, Rückenwind.

Heute in Salzburg haben sowohl Haslauer, der zunehmend zum "Landesvater" wird, als auch Kurz gewonnen. Kurz hat nach den drei Wahl-Triumphen viel Vertrauen für die nächsten 100 Tage der Regierung gesammelt. Er muß jetzt Steuern senken, die Sicherheit erhöhen.

Die FPÖ und HC Strache siegen nicht so spektakulär wie Kurz, sind aber die zweiten Gewinner des Wahltags. Trotz so manchem "Fettnäpfchen-Ausrutscher" hat die zweite Regierungspartei bei vier Wahlen vier Mal zugelegt - Verlierer einer Koalition sehen anders aus.

Viel dramatischer ist die Situation bei der SPÖ. Sie ist in den Ländern - mit den Ausnahmen Niessl und Kaiser - farblos, ideenlos, chancenlos und wird zu Recht abgestraft. Der Salzburger Steidl ist nur als Intrigant aufgefallen, als er Faymann killte - er sollte jetzt abtreten.

Regieren kann Haslauer, wenn er nicht mit Verlierern ins Bett gehen will, ohnehin nur mit der FPÖ. Wobei deren junger Star Marlene Svatzek in einer Regierung sicher gute Figur machen wird.

Brutal abgewählt wurden in Salzburg die Grünen, deren Spitzenkandidatin bestenfalls eine Nervensäge war - und die eigentlich als politischer Konkursfall gelten müssten...

..Wenn die Innsbruck-Wahl nicht gestern auch gezeigt hätte: Sobald die Grünen einen wirklich guten Spitzenkandidaten, einen Wahlkampf mit Herz und ein Programm mit Hirn haben, sind sie für jede Sensation gut.

In Salzburg begraben, in Innsbruck wieder auferstanden - die Grünen sind das Rätsel dieses Polit-Jahres. Sie feiern Bankrott und Mega-Erfolg an einem Tag.

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