Wolfgang Fellner

Das sagt Österreich

12.03.2014


Die Hypo ist wie Pest oder Cholera

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© TZ ÖSTERREICH
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Nach der Wähler-Wut zu urteilen, dürfte es für die Kärntner Hypo nur eine Lösung geben: Schickt sie in die Pleite – und alle, die daran verdienen, von Tilo Berlin bis zu den Hedgefonds, ins Gefängnis.

Die Regierung hat trotzdem anders entschieden: keine Insolvenz – weil das Risiko für den Wirtschaftsstandort Österreich zu groß wäre. Und brennen muss letztlich der Steuerzahler. Das ist nicht populär – aber die Situation ist so oder so hoffnungslos. Wie Pest oder Cholera.

Eine Pleite hätte den Charme, dass die Profiteure rund um Tilo Berlin und die Bayern durch die Finger schauen – sie führt aber zur Pleite Kärntens, danach zu Finanz-Troubles mehrerer Bundesländer, letztlich zu einer Finanzkrise fürs ganze Land. Das brauchen wir so dringend wie die Pest.

So attraktiv wie die Cholera ist die jetzige Lösung. Der Staat wickelt die Hypo ab. Die Milliarden fehlen bei Schulen, bei Sozialem, für den Aufschwung. Mit Pech bekommen wir noch ein Sparpaket.

Finanzminister Spindelegger versucht jetzt, den Mittelweg zwischen Pest und Cholera zu beschreiten. Der Staat haftet, aber er holt sich einen beträchtlichen Teil der Milliarden von denen, die uns diese Idiotie eingebrockt haben:

– Natürlich soll Kärnten mindestens 800 Millionen zahlen, das Land kann sich ja nicht aus Hypo-Geldern einen „Zukunftsfonds“ ergaunern und ihn dann behalten.

– Natürlich müssen die Bayern zahlen, die unsere Regierung austricksen wollen.

– Und natürlich müssen die Millionäre und Fonds zur Kasse gebeten werden, die mit Hypo-Anteilen abgezockt haben. Und ihr Ober-Trickser Tilo Berlin, der sich in New York versteckt, gehört endlich vor Gericht. Und dann ins Kittchen.

Wenn Spindelegger
es schafft, von diesen Profiteuren tatsächlich einen Löwenanteil des Hypo-Verlustes wieder hereinzubekommen, dann kann er noch ein ganz großer Finanzminister werden.

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