Reise-Tipps
Kulturhauptstädte 2026: Oulu in Finnland und Trenčín in der Slowakei machen neugierig
21.02.2026Zwei Länder, zwei völlig unterschiedliche Welten – und doch ein gemeinsamer Puls: Oulu und Trenčín zeigen 2026, wie vielfältig Europas Kultur ist.
Zwischen nordischer Innovationskraft und mitteleuropäischer Geschichte erwarten die Besucher einzigartige Kunst- und Kulturausstellungen, großartige Festivals und überraschende Begegnungen.
Trenčín 2026 – wo eine Burg Europa wachküsst
Hoch über dem Waagtal thront sie wie eine steinerne Krone: die Burg von Trenˇcín. 2026 richtet sich der Blick Europas auf die 56.000-Einwohner-Stadt im Westen der Slowakei, die den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ trägt. Das Motto lautet „Awakening Curiosity – Neugier wecken“.
Bühne unter freiem Himmel
Im Herzen der Altstadt liegt der Mierové-Platz, der Friedensplatz. Hier schlägt 2026 das kulturelle Herz. Zwischen barocken Fassaden, Cafés und dem Blick hinauf zur Burg wird getanzt, gelesen, diskutiert. Öffentliche Räume spielen eine Schlüsselrolle: Die Stadt will Plätze zurückerobern, Begegnungen schaffen, Menschen verbinden.
Ein spektakuläres Projekt ist die „Fiesta Bridge“ – eine ehemalige Eisenbahnbrücke über die Váh. Sie verwandelt sich in einen lebendigen Treffpunkt mit Installationen, Galerien, Bars und Events. Auch das Ufer wird zur Flaniermeile. Beim Lichtkunstfestival im April erstrahlt die Stadt als Open-Air-Nachtgalerie, im Juni treiben beim „Splanekor“ fantasievoll gestaltete Boote über den Fluss.
Im Juli zieht das legendäre Musikfestival „Pohoda“ internationale Stars und Tausende Besucher an. Dazu kommen das ganze Jahr über Theateraufführungen, Film- und Literaturfestivals sowie Kunst im öffentlichen Raum.
Doch Trenčín punktet nicht nur mit Events, sondern mit Geschicht: Am Fuß des Burgfelsens findet sich eine antike römische Inschrift aus dem Jahr 179. Legionäre verewigten hier ihren Aufenthalt im damaligen Laugaricio – eine steinerne Botschaft aus der Zeit Marc Aurels. Für die Einheimischen ist sie identitätsstiftend, ein Symbol für die frühen europäischen Verbindungen, an die das Kulturjahr anknüpft. www.trencin2026.eu
Oulu 2026 - kreativer Norden am Meer
Wenn sich das zugefrorene Meer im Winter wie eine glitzernde Bühne ausbreitet und im Sommer die Sonne über endlosen Wäldern, Seen und Fjells kaum untergeht, dann ist man in Oulu an der Westküste Nordfinnlands. Sie ist die fünftgrößte Stadt Finnlands, die nördlichste Großstadt der EU und bekannt für Innovationsgeist – von Mobilfunk-Pionieren bis zur 6G-Forschung. Doch 2026 zeigt die Kulturhauptstadt – sie gilt noch immer als Geheimtipp – vor allem ihre kreative Seele. Unter dem Motto „Cultural Climate Change“ verbindet Oulu arktische Natur, Technologie und nordische Kultur zu einem inspirierenden Gesamterlebnis mit über 600 Veranstaltungen in der Stadt und 39 Partnergemeinden.
Kultur im Wandel – eine Region feiert
Schon das Eröffnungsfestival zu Jahresbeginn setzte auf Kunst, Ausstellugen und etwas andere Perspektiven. Zu den Highlights im Kulturjahr zählen: „Layers of the Peace Machine“ und „Earworm“ – immersive Medienkunstinstallationen im Rathaus (bis 31. 12.), „PLAY“ – die international gefeierte Fotografiska-Ausstellung erstmals in Finnland (bis 31. 12.) oder „Eanangiella – Voice of the Land“ (bis 3. 5.) im Kunstmuseum Oulu – eine eindrucksvolle Hommage an die samische Kultur. Hier trifft Lichtkunst auf arktische Landschaft, indigene Tradition auf digitale Zukunft. Kultur in Oulu darf auch augenzwinkernd sein. Die legendäre Luftgitarren-Weltmeisterschaft bringt jedes Jahr internationale Fans zum Jubeln – ganz ohne Instrumente. Beim Winterfestival „Frozen People“ wird elektronische Musik unter freiem Himmel gefeiert, zwischen Schnee, Eis und Kunstinstallationen. Unvergesslich – und ziemlich cool!
Urban und mitten in der Wildnis
Oulu ist Ausgangspunkt für zahlreiche Naturerlebnisse. Der UNESCO-Geopark Rokua begeistert mit eiszeitlichen Dünenlandschaften und faszinierender Geologie. Im Sommer locken über 900 Kilometer Radwege, sowie der weitläufige Strand von Nallikari. Ein perfekter Ausgangspunkt für Roadtrips ist die Pohjola-Route – 900 Kilometer Panorama durch Nordfinnland. Sie führt zur Insel Hailuoto mit ihren roten Holzhäusern und weiten Sandstränden sowie in die charmante Holzstadt Raahe, wo Geschichte lebendig bleibt. https://visitoulu.fi/en/
Beide Städte sollte man auf seine Reise-Bucket-Liste setzen.