Verpatze CL-Generalprobe

2:3! Austria blamiert sich gegen Grödig

14.09.2013

Kühbauer gewinnt bei Admira. Sturm holt zweiten Saisonsieg.

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Austria vs. Grödig 2:3

Die Wiener Austria hat ihre Generalprobe für den ersten Auftritt in der Fußball-Champions-League am Samstag verpatzt. Die Wiener mussten sich Aufsteiger SV Grödig zu Hause 2:3 (1:0) geschlagen geben. Grödig stürmte damit vor dem Sonntagschlager der Fußball-Bundesliga zwischen Salzburg und Ried vorübergehend an die Tabellenspitze. Die Austria ist nach ihrer ersten Heimniederlage nur noch Fünfter, am Mittwoch geht es in der Königsklasse zu Hause gegen den FC Porto.

Leitgeb wird zum Matchwinner
Der Meister diktierte nur vor der Pause das Geschehen, nach Seitenwechsel erlegten die Grödiger nach Auswärtssiegen bei Rapid (1:0) und Sturm (2:0) einen weiteren höher eingeschätzten Gegner. Die Tore vor 7.800 Zuschauern in der Generali Arena erzielten Marko Stankovic aus einem schmeichelhaften Elfmeter (28.) und Daniel Royer (72.) für die Austria bzw. Mario Leitgeb mit zwei Distanzschüssen (47., 81.) und Philipp Huspek (66.).

Austria-Trainer Nenad Bjelica musste auf den verletzten Alexander Gorgon verzichten, bei Grödig fehlten die Verteidiger Cabrera und Karner. Die Salzburger versuchten auch beim Meister, spielerisch mitzuhalten. Dadurch ergab sich für die Austria vor der Pause viel Platz für Kombinationen.

Austria fahrlässig
Der auffällige Fabian Koch prüfte Grödig-Keeper Kevin Fend nach einem Solo aus spitzem Winkel, anstelle für den besser postierten Jun aufzuspielen (7.). Einen weiteren Koch-Versuch lenkte Strobl an die Außenstange (12.). Fend durfte sich außerdem je zweimal gegen Royer (14., 32.) und Hosiner (35., 37.) auszeichnen. Einen Kopfball nach Suttner-Flanke setzte Hosiner am Tor vorbei (41.).

Der Torschützenkönig der Vorsaison hatte da aber bereist den umstrittenen Elfmeter herausgeholt. Fend brachte Hosiner im Strafraum zu Fall, spielte dabei jedoch den Ball. Stankovic ließ sich die Chance nicht entgehen, verwertete in die linke obere Ecke zu seinem sechsten Saisontor.

Aufsteiger steigert sich nach Pause
Grödig kam in der ersten Hälfte nur zu einer Halbchance durch einen abgeblockten Halbvolley von Salamon (16.). Nach Seitenwechsel schlug Leitgeb aber wie aus dem Nichts zu. Der Mittelfeldspieler erwischte Austria-Torhüter Heinz Lindner, dem die Sicht verstellt schien, mit einem Flachschuss aus 20 Metern auf dem falschen Fuß. Der Aufsteiger bekam Oberwasser, lieferte den Wienern fortan ein offenes Spiel.

Lindner patzt
Huspek staubte zum 1:2 ab, nachdem Lindner einen Schuss von Zulechner nicht festhalten konnte. Auf der Gegenseite verzog Hosiner (63.), Royer scheiterte am Außennetz (67.). Nach dem glücklichen Ausgleich durch Royer, von dessen Schienbein der Ball nach einem Duell mit Strobl ins Tor sprang, legte Leitgeb noch einmal nach. Der 25-Jährige traf nach Vorarbeit von Huspek unhaltbar für Lindner.

Grödig Tabellenführer
Für die Austria endete damit ausgerechnet vor dem Porto-Spiel eine Serie von fünf Ligaspielen ohne Niederlage. Zu Hause waren die Wiener bisher in vier Ligaspielen ungeschlagen gewesen. Überraschungsaufsteiger Grödig wird die Tabellenführung zwar am Sonntag wieder abgeben müssen, das Team von Adi Hütter feierte im achten Auftritt in der höchsten Spielklasse aber bereits den fünften Sieg.

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WAC vs. Admira 3:1

Dietmar Kühbauer hat am Samstag ein erfolgreiches Debüt als WAC-Trainer gefeiert. Der Burgenländer gewann mit den Kärntnern in der 8. Fußball-Bundesliga-Runde vor eigenem Publikum gegen seinen Ex-Club Admira durch Treffer von Falk (2.), Topcagic (79.) und Liendl (93.) beziehungsweise Ouedraogo (60.) mit 3:1 (1:0), wodurch die Wolfsberger den ersten Saisonsieg landeten und die Südstädter ans Tabellenende verwiesen.

Blitzstart vom WAC

Der schnelle Führungstreffer wurde von Neuzugang Standfest in dessen erster Partie für den WAC eingeleitet. Der Ex-Teamspieler schlug nach 115 Sekunden eine ideale Flanke auf Falk, der per Kopf souverän verwertete. Beflügelt von der schnellen Führung zeigten die Kärntner jene Qualitäten, die sie in den vergangenen Wochen vermissen ließen, und bestachen durch mutiges und lauffreudiges Spiel. Logische Folge waren gute Chancen von Jacobo (21., 30.) und Liendl (31.).

Doch auch die Admira versteckte sich nicht und setzte in der Offensive Akzente - so etwa in der 14. Minute, als Domoraud nach Vorlage von Sax schon einschussbereit vor dem leeren Tor stand, Liendl aber gerade noch klärte.

Admira fightet zurück
Nach der Pause hatte der WAC zwar zunächst durch Jacobo (50., 59.) die besseren Chancen, der Druck der Admira wurde aber immer größer und führte schließlich zum Ausgleich. Einen schnell abgespielten Schwab-Freistoß beförderte Schick volley auf Oedraogo, der ebenfalls direkt abzog. WAC-Goalie Dobnik konnte den Ball nur kurz abwehren und Oedraogo staubte zum 1:1 ab.

WAC eiskalt
Fünf Minuten später ließ Schick die große Gelegenheit auf die Admira-Führung aus. Der Flügelspieler wurde von Sax optimal freigespielt, scheiterte aber an Dobnik. Die Strafe dafür folgte in der 79. Minute. Nach Vorlage von Falk zog Standfest auf der rechten Seite davon, seinen Querpass verwertete der eingewechselte Topcagic im Fallen. Für die endgültige Entscheidung sorgte Liendl in der 93. Minute aus einem Konter.

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Wr. Neustadt vs. Sturm Graz  1:3

Sturm Graz hat den Aufwärtstrend in der Fußball-Bundesliga mit dem zweiten Sieg in Folge fortgesetzt. Die Steirer setzten sich am Samstagabend in der achten Runde auswärts gegen Wiener Neustadt klar mit 3:1 (2:0) durch und zogen damit auch in der Tabelle an den Niederösterreichern vorbei. Die Truppe von Chefcoach Darko Milanic gewann damit als erstes Nicht-Salzburg-Team seit dem 1:0 von Wacker Innsbruck am 3. November 2012 im Stadion in der Giltschwertgasse.

Sturm beendet Auswärtsfluch
Florian Kainz (7.), Daniel Beichler (31.) und Robert Beric (63.) sorgten vor 2.900 Zuschauern dafür, dass gleich mehrere Negativserien der Grazer zu Ende gingen. Es war der erste Auswärtssieg der Milanic-Elf nach acht erfolglosen Versuchen und auch der erste volle Erfolg in Wiener Neustadt nach zuletzt zwei Remis und zwei Niederlagen. Eine Serie endete aber nicht. Da Thomas Pichlmann in Minute 76 noch für den Ehrentreffer sorgte, kassierten die Grazer zum 23. Mal in Folge mindestens einen Gegentreffer.

Grazer drängen
Die Steirer übernahmen gestärkt durch das 4:1 zuletzt gegen den WAC von Beginn an das Kommando und dominierten vor der Pause klar das Geschehen. Kainz sorgte mit einem schönen Volleyschuss ins lange Eck nach Hadzic-Idealflanke für die schnelle Führung (7.), Mario Pollhammer hatte dem Sturm-Mittelfeldspieler zu viel Platz gelassen. Bei einem Vujadinovic-Kopfball konnte Pollhammer wenig später seinen Fehler ausbessern, er rettete vor der Linie per Kopf (12.). Zudem machte Wiener-Neustadt-Goalie Thomas Vollnhofer einen Beichler-Kopfball mit einer Glanzparade zunichte (17.).

Beichler trifft zum 2:0

Bei der zweiten Beichler-Chance war der Schlussmann der Hausherren, der Jörg Siebenhandl vorerst aus der Mannschaft gespielt hat, machtlos. Der Ex-Deutschland-Legionär wurde außerhalb des Strafraums zu wenig attackiert und sein Linksschuss aus rund 20 Metern landete genau im Eck (31.). Die rund 300 mitgereisten Sturm-Anhänger skandierten "Der SK Sturm ist wieder da". Kurz vor der Pause wäre bei einer Kopie des 1:0 beinahe noch das 3:0 gefallen, diesmal landete ein Kainz-Volley allerdings hauchdünn neben der Stange (40.).

Schwache Neustädter

Die Wiener Neustädter, die erstmals Pichlmann und David Witteveen an vorderster Front aufgeboten hatten, waren nicht nur in der Abwehr oft anfällig, sondern konnten sich vor allem auch in der Offensive überhaupt nicht entfalten. Bei den einzigen Halbchancen schoss Herbert Rauter daneben (32.) sowie war Christian Gratzei bei einem Mimm-Abschluss aus spitzem Winkel am Posten (42.).

In der zweiten Hälfte schalteten die Gäste einen Gang zurück, hatten die Partie aber trotzdem im Griff und legten einen weiteren Treffer nach. Beric, der die Aktion mit einem Ferserl selbst eingeleitet hatte, wurde von Beichler ideal bedient und musste nur mehr ins leere Tor einschießen (63.).

Neustadt-Offensive kommt zu spät
Die letzten 20 Minuten gehörten dann aber der Pfeifenberger-Truppe. Pichlmann schoss aus zehn Metern stümperhaft drüber (73.), machte seine Sache aber drei Minuten später mit einem Kopfball, der nach einem Martschinko-Corner via Latte den Weg ins Tor fand, besser. Mehr war für die über weite Strecken enttäuschenden Hausherren aber nicht drinnen. Die Grazer revanchierten sich damit für zuletzt zwei Zu-Null-Niederlagen im direkten Duell und sorgten dafür, dass die Wiener Neustädter nicht zu ihrem 100. Sieg im Oberhaus kamen.

 

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