Barca-Aus

Inter Mailand mauert sich ins CL-Finale

27.04.2010

Die Katalanen kamen zu Hause nicht über einen mageren 1:0-Sieg hinaus.

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Inter Mailand steht erstmals seit 38 Jahren wieder im Finale um die höchste europäische Club-Trophäe. Die Nerazzurri mussten sich dem FC Barcelona am Mittwoch im Rückspiel des Champions-League-Semifinales im Camp Nou zwar 0:1 (0:0) geschlagen geben, warfen den Titelverteidiger nach einem 3:1-Erfolg in der Vorwoche in Mailand aber aus dem Bewerb. Im Finale am 22. Mai trifft Inter im Madrider Bernabeu-Stadion nun auf den FC Bayern München.

Perfekte Defensivleistung
Inter genügte auf der Jagd nach dem ersten Titel in Meistercup bzw. Champions League seit dem Erfolg 1965 am Ende eine schnörkellose, aber taktisch perfekte Defensivleistung. Nach einer frühen Roten Karte gegen Thiago Motta (28.) wegen einer Tätlichkeit über eine Stunde nur zu Zehnt, lief die Mannschaft von Jose Mourinho nie Gefahr, im Camp Nou unter die Räder zu kommen. Barcelona rannte zu lange erfolglos gegen eine Betonabwehr an. Erst nach einem späten Treffer des aufgerückten Gerard Pique (84.) zitterte Inter, wo Marko Arnautovic auf der Ersatzbank saß, um den Aufstieg.

Angefeuert vom Großteil der 98.000 Zuschauer legten die Hausherren forsch los und belagerten den Strafraum der Mailänder vehement. Wie schon im Hinspiel im San Siro zeigte das Bollwerk des italienischen Meisters aber kaum Risse. Obwohl die Partie praktisch nur auf ein Tor lief, war 20 Meter vor dem Gehäuse von Julio Cesar Endstation für "Barca". Inters ehemaliger Goalgetter Zlatan Ibrahimovic hing erneut in der Luft, auf Lionel Messi wurde ein besonderes Auge gelegt.

Mauertaktik
Die Mauertaktik der Italiener endgültig bestimmte der Ausschluss gegen Motta. Der defensive Mittelfeldmann von Inter setzte sich im Zweikampf mit Sergio Busquets mit der Hand zur Wehr, der belgische Referee Frank de Bleeckere wertete dies als Tätlichkeit und schickte den ehemaligen Barcelona-Kicker mit Rot vom Platz. Als seine Vorderleute dann einmal ausließen, bewies auch Cesar Klasse. Die Fingerspitzen von Brasiliens Teamtorhüter trennten Weltfußballer Messi in der 33. Minute vom wichtigen ersten Torerfolg.

Nach Seitenwechsel änderte sich nichts an der Charakteristik des Spieles. Inter stand sicher, die ohne den gesperrten Kapitän Carles Puyol und den verletzten Andres Iniesta angetretene katalanische Torfabrik rannte erfolglos an. Trainer Pep Guardiola reagierte: Bojan Krkic kam für den ineffektiven Ibrahimovic, Jeffren für Busquets. Auch mit den frischen Offensivkräften fehlten dem Titelverteidiger aber die entscheidenden Ideen und Chancen.

Fluch des Titelverteidigers
Nachdem Krkic per Kopf (82.) die bis dahin größte Möglichkeit verstreichen ließ, schien Spaniens Meister bereits der Verzweiflung nahe, ehe der erst in höchster Verzweiflung aufgerückte Pique nach Pass von Xavi den Torbann brach. Für Barcelona kam das Tor zu spät. Auch die Katalanen schafften es damit nicht, als erste Mannschaft seit Einführung der Champions League ihren Titel zu verteidigen.

Barcelona - Inter Mailand 1:0 (0:0)
Tor: Pique

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20:11 Uhr: Angeführt von Weltfußballer Lionel Messi will der FC Barcelona Rache für den “Betrug für Mailand“ und ein weiteres Stück europäische Fußball-Geschichte schreiben. Im ausverkauftem Camp Nou Stadion wollen die Katalanen in das Champions-League-Finale einziehen.

19:49 Uhr: Mailand- Trainer José Mourinho glaubt an einen Triumph in der Königsklasse: „Ja, wir können die Champions League gewinnen – wenn nicht in diesem Jahr, dann in den nächsten.“

19:25 Uhr: Barcelonas Abwehrspieler Gabriel Milito trifft auf seinen Stürmer-Bruder Diego (30) von Inter Mailand. „Unser gutes Verhältnis wird unter einem Fußballspiel nicht leiden“, sagt der Barca-Milito vor dem Halbfinal-Rückspiel heute. Er spielt für den gesperrten Carles Puyol – und trifft direkt auf Diego, der beim 3:1 im Hinspiel einen Treffer erzielte und zwei vorbereitete.

18:50 Uhr: Für Inter spricht die Bilanz von Trainer José Mourinho: Er verlor nur 2,5 Prozent seiner 390 Spiele mit zwei und mehr Toren Unterschied.

18:19 Uhr: Barca setzt vor allem auf Superstar Lionel Messi, mit acht Toren Top-Knipser der Königsklasse. Die Spanier können als erster Klub in der Geschichte der Champions League (seit 1992/93) den Titel verteidigen.

17:58 Uhr: Barcas Stärke ist der Offensiv-Fußball mit blitzschnellen Kombinationen. Im Angriff spielen neben Gigant Messi noch Ibrahimovic und Henry. Dahinter Xavi.

17:31 Uhr: Inters Stärke ist die Abwehr um Lucio. In der Liga nur 31 Gegentore (Bestwert), in der Champions League bislang nur acht.

17:06 Uhr: Und Gerard Pique heizt die Stimmung kräftig an. "Die Inter-Spieler müssen 90 Minuten lang den Fußball hassen", sagt der Barca-Innenverteidiger: "Ich kann mich nicht erinnern, dass unsere Fans je so heiß auf ein Spiel waren. Wir werden das beste Camp Nou aller Zeiten erleben. Die Inter-Spieler werden sich ganz alleine fühlen."

16:45 Uhr: Auch der sonst so streitfreudige Mailand-Coach Mourinho vermeidet diesmal markige Worte. "Jetzt ist nicht die Zeit der Worte, sondern die der höchsten Konzentration", erklärt der Portugiese, ergänzt dann aber: "Wir können all unsere Ziele schaffen."

16:12 Uhr: Barca-Präsident Juan Laporta gibt mit einem Schmunzeln den Diplomaten. Der Belgier Franck de Bleeckere, der die Partie heute Abend leitet, sei "ein hervorragender Schiedsrichter mit einem guten Ruf. Er wird das Spiel sicher nicht entscheiden."

15:46 Uhr: "Dass Inter ein Tor macht, kann immer passieren. Aber wir müssen einfach so viele wie möglich schießen", sagt Pique. Die Benachteiligungen im Hinspiel, als der portugiesische Schiedsrichter Olegario Benquerenca - angeblich ein alter Geschäftspartner von Inter-Coach Jose Mourinho - ein irreguläres Tor der Italiener gab und den Spaniern zu allem Überfluss einen klaren Strafstoß verweigerte, sind beileibe nicht vergessen.

15:23 Uhr: Bei Barca fehlt der gesperrte Abwehrchef Carlos Puyol, womit es zu einem brisanten Familienduell kommen dürfte. Gabriel Milito wird wohl die Aufgabe erteilt, seinen Bruder Diego auszuschalten, der im Hinspiel der überragende Mann auf dem Platz war.

15:02 Uhr: Seit dem Wochenende ist Inter wieder Tabellenführer der Serie A, auch das Pokal-Endspiel (am 5. Mai gegen den AS Rom) hat der Serienmeister erreicht. Das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League hat noch kein italienisches Team bisher errungen.

14:36 Uhr: Inter Mailand will erstmals seit 38 Jahren das Finale des wichtigsten europäischen Vereinswettbewerbs erreichen und träumt vom ersten Triple der italienischen Fußball-Geschichte.

14:13 Uhr: Barcelona, der derzeit wohl weltbeste Klub, bläst auf Plakaten in der ganzen Stadt zur “Aufholjagd“. Einen 1:3-Rückstand müssen die Katalanen nämlich wettmachen, wollen sie das Endspiel am 22. Mai im Stadion des Erzrivalen Real Madrid erreichen und als erstes Team in der Geschichte der Champions League ihren Titel erfolgreich verteidigen.

13:47 Uhr: Erst zwei Mal gingen die Katalanen in der Champions League mit einer 1:3-Hypothek ins Rückspiel, beide Male kamen sie weiter. 1994 mit einem 4:1 gegen Dynamo Kiew und 2000 durch ein 5:1 gegen den FC Chelsea.

13:22 Uhr: Die Statistiken sprechen allesamt für Barcelona. Die letzten beiden Heimspiele gegen Stuttgart und Arsenal gewann Barca mit 4:0 und 4:1, das würde reichen. Im Heimspiel des Vorrundenduells gegen Inter gab es ein 2:0, auch das würde reichen.

12.57 Uhr: An der Verletzungsfront gibt es für Inter gute Nachrichten: Wesley Snijder kann trotz einer kleinen Verletzung auflaufen. Laut Mourinho ist es jedoch fraglich, ob der Holländer volle 90 Minuten durchstehen kann. Fix ist jedoch der Ausfall von Francesco Toldo und Davide Santon. Fraglich ist der Einsatz von Goran Pandev. Dejan Stankovic fehlt aufgrund einer Sperre.

12.33 Uhr: Rund 90.000 Barca-Fans werden ihr Team heute im ausverkauften Camp Nou-Stadion nach vorne peitschen. Die Inter-Spieler bleiben davon – äußerlich – unbeeindruckt. Thiago Motta: „Wir fühlen uns alle eigentlich sehr ruhig.“

12.02 Uhr: Bei Inter Mailand legte Kult-Coach Jose Mourinho bereits mit den Psycho-Spielchen los. Diesmal allerdings gegen die eigene Mannschaft… Für den Fall eines Halbfinal-Outs droht der Portugiese nämlich damit, die Mailänder zu verlassen.

11.31 Uhr: Die Barca-Stars geben sich vor dem Match selbstsicher: "Wir müssen nur wir selbst sein", so Sergio Busquets. "Wir müssen uns viel Ballbesitz sichern, das Spiel kontrollieren und Chancen schaffen. Was wir nicht machen dürfen, ist, den Kopf verlieren und aus jeder Position aufs Tor schießen."

11 Uhr: Barca steht heute gegen Inter mit dem Rücken zur Wand. Nach dem 1:3 aus dem Hinspiel in Italien muss heute wohl eine Galavorstellung von Messi & Co her, um den Aufstieg ins Finale noch zu schaffen.

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