Aufsteiger ohne Chance

6:0! Bullen schießen Grödig ab

07.02.2014

Soriano und Alan mit je drei Treffern im Salzburg-Derby.

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Red Bull Salzburg - SV Grödig Endstand 6:0
Salzburg, Red Bull Arena, 13.111, SR Schörgenhofer.
Tore: 1:0 (17.) Alan, 2:0 (20.) Soriano, 3:0 (57.) Soriano, 4:0 (59.) Soriano, 5:0 (66.) Alan, 6:0 (87.) Alan.

Bundesliga-Tabellenführer Salzburg ist der Konkurrenz am Samstag ein weiteres Stück enteilt. Nach dem 6:0-(2:0)-Heimsieg im Derby-Schlager gegen den ersten Verfolger Grödig haben die Bullen bereits 17 Punkte Vorsprung auf den Überraschungsaufsteiger. Im Auftaktspiel der ersten Frühjahrsrunde glänzten die Führenden in der Schützenliste, Alan (18 Tore) und Soriano (17), mit je einem Triplepack.

Grödig ging erstmals seit 4. Dezember bzw. drei Spielen als Verlierer vom Platz, wird mit 35 Punkten aber auch nach der 22. Runde an zweiter Stelle rangieren. Rapid (31) könnte sich am Sonntag im Wiener Derby aber bis auf einen Zähler heranpirschen. Die Bullen bleiben das einzige Team, gegen das Grödig in der Bundesliga noch nicht gepunktet hat. Im dritten Saisonduell fiel das Ergebnis noch klarer als zuvor (4:1, 3:0) aus. Salzburg feierte den sechsten Meisterschaftssieg en suite und ist zuhause bereits seit 12. August 2012 bzw. 27 Ligapartien ungeschlagen.

Salzburg präsentierte sich vor 13.111 Zuschauern in derselben Zusammensetzung wie beim 5:1 am vergangenen Sonntag in Wr. Neustadt, Neuzugang Zulj kam in der letzten halben Stunde. Grödig war nach dem Abgang u.a. der Leistungsträger Zulechner und Salamon hingegen stark verändert. Mit den Verteidigern Hart, Maak und Martschinko sowie der 17-jährigen Salzburg-Leihgabe Fountas standen vier von fünf Winter-Zugängen in der Startformation. Spielerisch setzte man aber auf Altgewohntes, zeigte den von Trainer Adi Hütter geforderten Mut und attackierte früh.

Möglicherweise wäre die Partie anders gelaufen, hätte Zulechner-Ersatz Elsneg in der achten Minute den Fehler von Gulacsi besser nützen können. Der ungarische Salzburg-Schlussmann verschätzte sich, der Ball wurde zur Kerze, und der zurücklaufende Gulacsi konnte nur mit einer Flugeinlage den Rückstand verhindern.

Keine zehn Minuten später stellten die Bullen wie in Wr. Neustadt ihre Kaltschnäuzigkeit bei blitzschnell ausgeführten Aktionen unter Beweis: Soriano zog von links in den Strafraum und bediente mit einem exakten Stangler Alan, der aus Kurzdistanz einschoss (17.). Nur wenig später machte es Soriano selbst, erhöhte nach Kampl-Vorlage auf 2:0 (20.). Die Partie war gelaufen, obwohl die Hausherren nicht immer sattelfest wirkten. Nutz (28.) hob den Ball aber am Tor vorbei, Elsneg wurde in letzter Sekunde von Schwegler geblockt (28.).

Salzburgs-Sportdirektor Ralf Rangnick zeigte sich in der Pause auf "Sky" prompt höchst kritisch ("Mit so einer Leistung wie heute brauchen wir gegen Ajax gar nicht antreten"), am Spiel änderte sich aber auch nach dem Seitenwechsel wenig. Grödig agierte engagiert und kassierte doch nur weitere "Watschen". Soriano machte nach Vorlagen von Kampl und Mane innerhalb von vier Minuten alles klar (56., 59.), Alan setzte schließlich den Schlusspunkt (86.).

Roger Schmidt (Salzburg-Trainer): "Es war das erwartet harte Spiel. Wir haben kein Mittel gegen diese aggressiven Grödiger gefunden. Dabei ist das 2:0 uns entgegengekommen. Mit dieser ersten Hälfte war ich nicht zufrieden. In der zweiten Hälfte waren wir in der Lage, unser wahres Gesicht zu zeigen. Ich freue mich, dass die Mannschaft in der Lage war, den Schalter umzulegen. Wenn wir in der Europa League etwas erreichen wollen, dürfen wir nicht so auftreten wie in der ersten Hälfte."

Adi Hütter (Grödig-Trainer): "Die erste Hälfte war ein ordentliches Spiel von uns. Das dritte Tor war der Knackpunkt. Diese Bullen haben eine tolle Qualität, da macht es auch dem gegnerischen Trainer Spaß zuzusehen. Auch wenn dies heute für mich persönlich die bitterste und höchste Niederlage als Trainer war. Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals in Österreich eine Mannschaft mit einer derartigen Qualität gegeben hat."

Salzburg: Gulacsi - Schwegler, Ramalho (82. Klein), Hinteregger, Ulmer - Ilsanker - Kampl, Ch. Leitgeb (63. Berisha), Mane - Soriano (63. Zulj), Alan
Grödig: Stankovic - Hart, Maak, Karner, Martschinko - M. Leitgeb, Fountas - Huspek, Nutz (73. Trdina), Boller (61. Handle) - Elsneg

Gelbe Karten: keine bzw. Boller
Die besten Spieler: Alan, Soriano, Mane, Kampl bzw. Huspek, Elsneg


 
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