Saisonziel erreicht
"Feuer frei": Aufsteiger Ried bejubelt Klassenerhalt
03.05.2026Zwei Bundesliga-Runden vor dem Ende hat die SV Ried das große Saisonziel erreicht.
Mit einem 2:0-Erfolg in einem packenden Oberösterreich-Duell mit dem Vorletzten Blau-Weiß Linz sicherten sich der Aufsteiger den Klassenerhalt. "Meine Jungs können gerne feiern, solange sich keiner verletzt. Feuer frei, es gibt keinen Grund, sich zurückzuhalten", sagte Trainer Maximilian Senft, der die Rieder im vergangenen Sommer nach zwei Jahren Abstinenz wieder ins Oberhaus geführt hatte.
In der Comeback-Saison kämpften die Wikinger bis zum Finale des Grunddurchgangs sogar um den Einzug in die Meistergruppe. Dieses "Bonusziel" wurde zwar verpasst, ernsthaft in Abstiegsgefahr geriet Ried dank konstant guter Leistungen in der Qualifikationsgruppe aber nie. "Es ist nicht selbstverständlich, in der drittletzten Runde unser großes Ziel zu erreichen. Der Klassenerhalt löst riesige Freude und pure Erleichterung in mir aus", erklärte Senft.
Bajic: "Wollen Qualigruppe gewinnen"
Nach einer kurzen Feier richtet sich der Fokus im Innviertel wieder auf das Sportliche. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf das Verfolger-Trio Altach, WSG Tirol und den GAK. "Wir haben unser Einserziel erreicht. Aber es gibt noch ein zweites: Wir wollen die Qualifikationsgruppe gewinnen", meinte Ante Bajic, der mit seinem Treffer zum 1:0 den Grundstein für den Sieg legte. Den Endstand besorgte Kingstone Mutandwa, der mit 14 Treffern gemeinsam mit Sturms Otar Kiteishvili die Torschützenliste anführt.
Für die Linzer endete eine Serie von vier ungeschlagenen Spielen mit zehn Punkten. "Beide Mannschaften wollten unbedingt gewinnen. Am Ende haben wir uns durch einen leichtfertigen Ballverlust in Rückstand gebracht und es verpasst, eine unserer zahlreichen Chancen zu verwerten", analysierte BWL-Coach Michael Köllner. Bei einem Sieg des WAC in Altach am Montag könnte Blau-Weiß wieder auf den Abstiegsplatz zurückfallen. Die Zuversicht bleibt aber auch angesichts der über weite Strecken guten Leistung vorhanden. "Ich bin weiter guter Dinge, wir haben den Klassenerhalt in der eigenen Hand."
"Geiles Ausrufezeichen" des GAK
Überholt wurden die Oberösterreicher vom drei Zähler davor liegenden GAK, der mit einem 4:0-Triumph über die WSG Tirol über einen Befreiungsschlag jubeln durfte. Torschütze Christian Lichtenberger sprach von einem "geilen Ausrufezeichen". Das wurde nach vier sieglosen Spielen samt drei Niederlagen gesetzt. "Wir haben unseren Job sehr effizient erledigt", sagte Lichtenberger. Sechs der acht Saisonsiege holten die Grazer im eigenen Stadion. "Wir müssen da dranbleiben und ein Spiel wie heute jedes Mal zeigen, auch auswärts", unterstrich Mark Grosse, der mit zwei Toren und einem Assist herausragend war.
Ferdinand Feldhofer lobte den Ex-Rieder für seine Vorstellung und bezeichnete das 4:0 als "fantastisch". Gleichzeitig avancierte er zum Partybremser. "Es gibt nichts zu feiern, wir sind nicht durch", betonte der GAK-Coach. Als Belohnung gab es für seine Truppe zwei freie Tage. Die Tiroler liegen trotz zu Ende gegangener Serie von drei ungeschlagenen Spielen punktgleich noch vor dem GAK. Die Stimmung im WSG-Lager war klarerweise eine ganz andere. "Wir sind nach zwei Torschüssen 0:2 hinten und was nicht passieren darf, ist, dass wir in der 2. Hälfte dann so auseinanderbrechen. Das tut richtig weh, das kann ich mir nicht erklären", resümierte WSG-Kapitän Valentino Müller.
WSG Tirol mit "Rückschritt"
Nach Spielschluss versammelte sich sein Team schnell in der Kabine, "um Klartext" zu reden. "Wir haben zwischendurch den Turnaround geschafft, das jetzt war aber wieder ein Rückschritt. Ich bin aber felsenfest überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden", sagte Müller. Sein Trainer hatte nach dem 0:3 wichtige Schlüsselspieler vorzeitig ausgetauscht, um keine Gelbsperren für die anstehende Partie zu riskieren. "Wir haben im Kampf um den Klassenerhalt eine große Chance liegengelassen, diese aber bereits in den ersten 30 Minuten", fasste Philipp Semlic zusammen. Da hätte sein Team bei Großchancen in Führung gehen können.
Am kommenden Samstag zu Hause gegen BWL bietet sich die nächste Chance, den Ligaverbleib zu fixieren. Der GAK hat an diesem Tag Altach zu Gast, der WAC tritt in Ried an.