Keine Rückkehr zu Real

Heynckes nimmt sich Auszeit

04.06.2013

Deutscher schließt Rückkehr aber nicht aus.

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Der scheidende Bayern-Trainer Jupp Heynckes macht erstmal Verschnaufpause. Ob der 68-Jährige noch einmal auf die Trainerbank zurückkehrt, ließ er bei einer Pressekonferenz offen. "Ich habe persönlich etwas gegen endgültig", sagte Heynckes am Dienstag in München. "In bin in einer Situation, wo ich das nicht heute bekannt geben sollte", betonte Heynckes.

Jetzt erst mal Urlaub
Das sagte er aber erst gut eine halbe Stunde nach Beginn des Termins, umrahmt von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß. "Ich sage Ihnen, ich werde erstmal Urlaub machen." Heynckes habe diesen Urlaub "von uns allem am meisten verdient", meinte Rummenigge drei Tage nach dem Gewinn des historischen Triples für den FC Bayern durch den DFB-Pokalsieg. Zuvor hatten die Münchner die Meisterschaft und allem voran die Champions League gewonnen.

Heynckes heiß begehrt
Die Erfolgsserie mit den Bayern während seiner dritten Amtszeit als Coach des deutschen Rekordmeisters weckte auch die Begehrlichkeiten anderer Topvereine. "Ich bin nicht wankelmütig geworden, aber sie können sich vorstellen, dass nach so einer Saison auch andere Vereine Interesse finden an mir", sagte Heynckes, dessen Trainerkarriere am 1. Juli 1979 bei seinem Herzens- und Heimatverein Borussia Mönchengladbach begonnen hat.

Namen nannte er nicht, nur soviel: Es seien reiche Clubs dabei gewesen, bei denen das Geld keine Rolle spiele. Zudem sei ein Verein darunter gewesen mit einer vergleichbaren Tradition wie sie der FC Bayern habe. Dabei dürfte es sich wohl um Real Madrid gehandelt haben, das weiterhin einen Nachfolger für Jose Mourinho sucht. Heynckes betonte aber: "Ich werde weder im Inland noch im Ausland ab dem 1.7. ein Engagement eingehen."

Zukunft bleibt offen
Was danach kommt, ist ungeklärt. Heynckes erzählte nur, dass er nach dem verlorenen Champions-League-Finale "dahoam" vor einem Jahr seiner Frau gesagt habe, seinen Vertrag beim FC Bayern erfüllen zu wollen, nicht aber einen weiteren Vertrag anzunehmen. Auf Nachfrage wollte sich Heynckes im Glanz der Trophäen der vergangenen Saison aber nicht festlegen.

Dank an die Ehefrau und Hoeneß
Er nutzte die Pressekonferenz, die fast so lange dauerte wie ein Fußballspiel, auch um seiner Gattin mit stockender Stimme zu danken und gab zu: "Ich habe meinen Beruf immer vor das Privatleben gestellt." Nun sei er 68, und es gebe auch ein Leben nach dem Berufsleben.

Nutzen kann er die Freizeit nach mehr als 1.000 Spielen als Spieler und Trainer auch, um in der riesigen Chronik des FC Bayern zu blättern, die ihm Rummenigge und Hoeneß überreichten. "Ich habe mir gedacht, einen besseren und verdienteren Abgang kann es nicht geben", meinte Rummenigge. "Jupp Heynckes hat es geschafft, die Spieler zusammenzuführen, zu einer Mannschaft und zu Freunden zu machen", betonte Hoeneß, bei dem sich der Coach wiederum mit fast tränenerstickter Stimme bedankte.

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