Rundumschlag
Bayern-Legende Hoeneß geht auf Trump, FIFA und die AfD los
17.02.2026Bayern-Legende Uli Hoeneß spricht im großen BILD-Interview über die politische Lage. Er äußert sich deutlich zu Donald Trump, der Arbeit von Kanzler Friedrich Merz und den Gefahren durch die AfD in Deutschland.
Uli Hoeneß blickt kritisch auf die kommende Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Bezüglich Donald Trump mahnt der 74-Jährige zur Vorsicht: Sollte Trump eine dritte Amtszeit anstreben, müsse man aufpassen, dass aus der US-Demokratie keine Diktatur werde. Forderungen nach einem Boykott der WM erteilt er eine klare Absage und bezeichnet diese als „symbolpolitischen Blödsinn“. Er kritisiert dabei insbesondere Außenministerin Baerbock, die den Sport in Themen hineinziehe, die dieser nicht lösen könne.
Lob für Kanzler Merz
Im Gegensatz zur Kritik an der Außenministerin findet Hoeneß lobende Worte für den aktuellen Bundeskanzler. Er zeigt sich mit der Arbeit von Friedrich Merz sehr zufrieden und betont, dass Merz die Außendarstellung Deutschlands verbessert habe. Deutschland trete unter ihm wieder als Führungskraft in Europa auf. Hoeneß hofft auf den Fortbestand der aktuellen Koalition, da er bei einem Scheitern ein Erstarken der AfD befürchtet. Ein Land unter einer AfD-Regierung bezeichnet er als „größten Albtraum“. In diesem Fall sieht er eine Wohnung in der Schweiz als mögliche Alternative für seine Familie.
Kritik an Arbeitszeitverkürzung
Auch zur wirtschaftlichen Situation in Deutschland bezieht der Ehrenpräsident des FC Bayern Stellung. Er spricht sich deutlich gegen Forderungen nach einer Reduzierung der Arbeitszeit aus. Laut Hoeneß sei die Lösung für Deutschland nicht, weniger zu arbeiten, sondern mehr. Er selbst habe in seiner Laufbahn stets eine Sechs-Tage-Woche gehabt. Die Idee einer 35-Stunden-Woche im öffentlichen Dienst bezeichnet er angesichts der aktuellen Herausforderungen als unpassend.
Sorge um Fußball-Qualität
Mit Blick auf die FIFA und die Erweiterung der Weltmeisterschaft auf 48 Mannschaften äußert Hoeneß sportliche Bedenken. Er halte maximal 32 Teilnehmer für richtig. Durch die Erhöhung auf 104 Spiele werde die Qualität des Wettbewerbs verwässert und die Verletzungsgefahr für die Spieler steige weiter an. Den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino fordert er auf, den Fußball stets in den Vordergrund zu stellen. Die Verleihung eines Friedenspreises an Donald Trump durch die FIFA bezeichnete er als „deplatzierte“ Aktion.