Kommt Adi Hütter?
Kein Europacup: Bundesliga-Klub feuert Trainer
17.05.2026Nach dem Verpassen des internationalen Wettbewerbs herrscht bei Eintracht Frankfurt Alarm. Der deutsche Bundesligist zog die Reißleine und trennte sich am Sonntagabend von Trainer Albert Riera.
Der Rauswurf von Albert Riera ist das bittere Resultat einer völlig verkorksten Zusammenarbeit am Main. Der Spanier war erst seit dem 2. Februar Trainer bei Eintracht Frankfurt, konnte die hohen Ambitionen des Klubs aber zu keinem Zeitpunkt erfüllen. In seinen 14 Spielen holte er magere 17 Punkte – viel zu wenig für die Ansprüche der Eintracht. Neben dem sportlichen Misserfolg sorgte Riera auch abseits des Rasens für massiven Stress. Es gab heftige Reibereien mit zahlreichen Eintracht-Profis wie Jonathan Burkardt oder Mario Götze. Als das Fass endgültig zum Überlaufen brachte, galt eine Reporter-Attacke auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den HSV. Nach nur 104 Tagen ist für den 44-Jährigen nun schon wieder Schluss. Damit reiht er sich in eine historische Statistik ein: Christoph Daum war 2011 der letzte Trainer, der mit nur 54 Tagen noch kürzer im Amt war.
Das sagen die Verantwortlichen
Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche erklärte die Trennung sachlich: „Nach intensiven Gesprächen sind wir gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden. Albert Riera hat die Mannschaft in einer schwierigen Phase übernommen und sich mit großem Fleiß und hohem Engagement in den Dienst von Eintracht Frankfurt gestellt. Albert und sein Team haben uns durch ihre akribische Arbeit zudem wertvolle Impulse gegeben, wofür wir uns ausdrücklich bedanken möchten. Gleichzeitig sind wir nach einer offenen und ehrlichen Analyse der sportlichen Entwicklung zu dem Schluss gekommen, dass wir zur kommenden Saison einen anderen Weg einschlagen möchten.“
Auch der geschasste Trainer Albert Riera meldete sich zu Wort: „Der Klub und ich haben einvernehmlich entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden. Ich übernehme als Trainer die Verantwortung für die sportlichen Ergebnisse, und mein einziger Fokus lag in dieser Zeit darauf, die Mannschaft zu verbessern und erfolgreich zu machen. Ich bin dankbar, Teil der Geschichte von Eintracht Frankfurt gewesen zu sein, und wünsche dem Klub für die Zukunft nur das Beste.“
Fans schickten Trainer weg
Riera war zuletzt intern und auch bei den Frankfurter Fans immer stärker unter Druck geraten. Schon vor dem Stuttgart-Spiel, das am Samstag mit einem 2:2-Unentschieden endete, wurde der Coach vom Publikum bei der Vorstellung lautstark ausgepfiffen. Nach dem Abpfiff verabschiedete ihn die Kurve im Stadion schließlich mit einem unmissverständlichen Spruchband: „Nada de gracias, Alberto“ – zu Deutsch: „Danke für nichts, Albert!“. Das Projekt ist somit auch bei den Anhängern krachend gescheitert. Einen so unrühmlichen Abschied gab es für einen Trainer in Frankfurt schon seit Jahren nicht mehr.
Vier Kandidaten im Fokus
Nun soll der Nachfolger die erwünschte Ruhe zurück an den Main bringen. Laut BILD-Informationen gibt es aktuell vor allem vier heiße Kandidaten für die Nachfolge des Spaniers. Im Fokus stehen Ex-Dortmund-Coach Mike Tullberg, Al-Ahli-Trainer Matthias Jaissle, Noch-Pauli-Trainer Alexander Blessin und ein alter Bekannter mit klarem Österreich-Bezug: Der aktuell vereinslose Ex-Eintracht-Trainer Adi Hütter wird ebenfalls als potenzieller Nachfolger gehandelt.