Wirbel nach Rede

Liga-Boss: DFB-Vereine sind zweitklassig

16.01.2018

Deutschlands Liga-Chef Seifert übte massive Kritik an Bundesligisten.

Zur Vollversion des Artikels
© Getty
Zur Vollversion des Artikels

Deutschlands Liga-Chef Christian Seifert hat die deutschen Bundesliga-Clubs für ihre sportlichen Leistungen im vergangenen Jahr massiv kritisiert. "Wer internationale Zweitklassigkeit nicht so schlimm findet, wird sich schneller als manche denken in der internationalen Bedeutungslosigkeit wiederfinden", sagte Seifert am Dienstag in Frankfurt am Main am eigenen Neujahrsempfang seines Dachverbands.

Konkret forderte Seifert eine Liga, "die dauerhaft eine intakte Spitze aus mehreren Clubs hat, die europaweit mithalten können und die sich national einen spannenden Wettbewerb liefern". Dass dies im Moment nicht der Fall sei, könne man allein aufgrund der Voraussetzungen nicht akzeptieren. "Deutschland ist die größte Volkswirtschaft Europas. Der DFB ist der größte Fußball-Verband der Welt. Wir sind Weltmeister. Mit diesen Voraussetzungen kann es niemals unser Anspruch sein, sich mit Mittelmaß zufriedenzugeben. Der Anspruch der Bundesliga kann nur der sein, den alle auch an die Nationalmannschaft stellen: Weltklasse!"

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff sprang dem DFL-Chef sofort bei. "Ich fand die Rede knackig auf den Punkt und stimmig", sagte er. Was Seifert konkret von den Vereinen fordert, wird vor allem manchen Fans und Traditionalisten nicht gefallen. Denn er sprach sich in seiner Grundsatzrede für ein Bekenntnis zur Kommerzialisierung, für eine "ehrliche Debatte" über die Macht des Geldes im Fußball. "Wenn wir wettbewerbsfähig sein wollen, müssen wir uns zu einem gewissen Maß zum Kommerz bekennen", meinte der 48-Jährige.

Die Vertreter der Bundesliga reagierten gemischt auf Seiferts Fundamentalkritik. Schalkes Sportvorstand Christian Heidel sprach von einer "spannenden und guten Rede." Auch über die Konkurrenzfähigkeit der Bundesliga-Vereine in den internationalen Wettbewerben sagte er: "Wir wollen das. Und ich bin mir sicher: Die anderen Vereine wollen das auch." Sein Mainzer Kollege Rouven Schröder hält jede Kritik am Niveau der Liga hingegen für überzogen: "Die Bundesliga war noch nie langweilig. Und die Bundesliga wird nicht langweilig."

Seifert hatte in seiner Rede vor allem das schwache internationale Abschneiden der deutschen Vereine kritisiert. Außer dem FC Bayern München sei im Moment kein anderer Club international wettbewerbsfähig. Die Bayern stehen noch im Achtelfinale der Königsklasse, ansonsten nur Dortmund und Leipzig als Dritte der Champions-League-Gruppenphase in der Europa League.

Zur Vollversion des Artikels