Wegen Trump-Politik

Nach Olympia-Wirbel: Gastgeber USA von Fußball-WM ausgeschlossen?

16.01.2026

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 und die Olympischen Spiele 2028 sollten sportliche Großereignisse werden – nun geraten sie zunehmend in den Sog der Weltpolitik. 

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Ausgerechnet der Gastgeber USA steht im Zentrum einer Debatte, die für FIFA und IOC zum ernsten Problem werden könnte.

Forderungen vor der Fußball-WM 2026

Wenige Monate vor dem WM-Anpfiff mehren sich die kritischen Stimmen. Eine parteiübergreifende Gruppe britischer Abgeordneter fordert, die USA von der Fußball-Weltmeisterschaft auszuschließen, solange das Land nicht „klar internationales Recht und die Souveränität anderer Staaten respektiert“. Hintergrund sind jüngste außenpolitische Eskalationen Washingtons – doch der sportliche Fokus ist eindeutig: Kann ein Gastgeberland selbst zum Risiko für ein globales Turnier werden?

Die WM 2026 findet größtenteils in den USA statt, gemeinsam mit Mexiko und Kanada. Ein Ausschluss des Hauptgastgebers gilt zwar als extrem unwahrscheinlich, doch allein die Diskussion stellt die FIFA vor ein heikles Dilemma.

FIFA zwischen Neutralität und Glaubwürdigkeit

Offiziell hält sich der Weltverband bedeckt. Eine Stellungnahme zu den Forderungen blieb bislang aus. Beobachter gehen davon aus, dass die FIFA kaum Maßnahmen gegen ein Land ergreifen wird, das den Großteil der Spiele austrägt und mit Milliardeninvestitionen verbunden ist. Zudem pflegt FIFA-Präsident Gianni Infantino ein enges Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump.

Gleichzeitig erinnert die Debatte an frühere Entscheidungen: Russland wurde nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Kritiker fordern nun Konsequenz und werfen der FIFA eine Doppelmoral vor. Intern verweist man allerdings darauf, dass politische Konflikte nicht automatisch zu sportlichen Sanktionen führen dürften.

Olympia 2028 fest eingeplant

Auch das Internationale Olympische Komitee sieht sich mit Fragen konfrontiert. Die Sommerspiele 2028 sind fix an Los Angeles vergeben, ein Ausschluss der USA steht nicht zur Debatte. Das IOC betont seine Rolle als politisch neutrale Organisation und hält an seinem Grundsatz fest, Athletinnen und Athleten unabhängig von geopolitischen Konflikten zusammenzubringen.

Bereits für die Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina hat das IOC klargestellt, dass US-Sportler ohne Einschränkungen teilnehmen werden. Anders als im Fall Russland sehe man derzeit keinen Bruch der Olympischen Charta, der sportliche Maßnahmen rechtfertigen würde.

WM und Olympia als Belastungsprobe

Dennoch wächst der Druck. Experten sprechen von einer „Stressprobe“ für den Weltsport. Beide Organisationen berufen sich auf Werte wie Frieden, Respekt und internationale Zusammenarbeit – Werte, die zunehmend mit der Realität kollidieren.

Hinzu kommen praktische Fragen: Sicherheitskonzepte, Visa-Vergaben, Reisefreiheit für Fans und Teams. Gerade bei einer WM mit 48 Mannschaften könnten politische Spannungen rasch sportliche Auswirkungen haben. 

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