Nach totalem Pleitestart

Kühbauer übernimmt beim WAC

02.09.2013

WAC zieht Notbremse, holt Didi Kühbauer als neuen Cheftrainer.

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Der WAC hat am Montag nach sieben Runden für den bereits zweiten Trainerwechsel in der Fußball-Bundesliga gesorgt. Das Schlusslicht aus Kärnten zog nach nur zwei geholten Punkten die Reißleine und trennte sich von Coach Slobodan Grubor. Der 44-jährige Kroate hatte erst im Sommer nach dem Abgang von Nenad Bjelica zur Wiener Austria den Sprung vom Co-Trainer zum Chefcoach geschafft. Mit Dietmar Kühbauer wurde bereits ein Nachfolger gefunden.

Konsequenzen nach Sturm-Pleite

Die Entlassung von Grubor hatte sich schon am Samstag nach der 1:4-Niederlage beim damaligen Vorletzten Sturm Graz angekündigt. "Es war mir eigentlich schon nach dem Spiel klar, dass es Konsequenzen geben muss, entweder durch die Installierung eines Sportdirektors oder die Entlassung des Trainers", sagte Präsident Dietmar Riegler. Am Montagnachmittag war die Kurzzeit-Ära von Grubor beim WAC dann beendet.

Den Ausschlag gab der schwache Auftritt in der UPC-Arena. "Man hat gesehen, dass die Mannschaft im Kopf nicht mehr frei war. Der Trainer hat nicht mehr rübergebracht, was die Mannschaft auf dem Feld bringen muss", analysierte Riegler. Die tägliche Arbeit unter der Woche wurde vom Vereinschef nicht kritisiert. "Die Mannschaft hat gut trainiert, am Spieltag sind aber die Leistungen extrem ausgeblieben", erklärte Riegler.

Fehlender Respekt
Der Vereinsboss gestand auch einen eigenen Fehler bei der Besetzung des Cheftrainerpostens zu Saisonbeginn ein. "Wenn wir das vorher gewusst hätten, hätten wir es nicht so gemacht, aber hinterher ist man immer gescheiter. Grubor hat viel für den Verein geleistet und ist ein ausgezeichneter Trainer, aber für die Nummer eins hat es bei uns nicht gepasst, er war zu bekannt bei den Spielern, hat nicht mehr den nötigen Respekt bekommen", sagte Riegler.

Kühbauer "der richtige Mann"
Unter "3,4" Trainerkandidaten machte Kühbauer das Rennen. Der Burgenländer passt für diesen Posten genau, hatte er doch auch in der vergangenen Saison mit Admira Wacker Mödling in der zweiten Saison nach dem Aufstieg den Klassenerhalt geschafft. Die Rettung der Niederösterreicher kam damals allerdings erst in der letzten Runde. "Er ist der richtige Mann. Er hat im letzten Jahr ähnliches miterlebt bei der Admira und gelernt, wie man damit umgeht", sagte Riegler über seinen Neo-Trainer.

Kühbauer bleibt zumindest bis Saisonende
Kühbauer unterzeichnete bei den Wolfsbergern einen Vertrag bis Saisonende, der sich bei geschafftem Klassenerhalt automatisch verlängert. Ihm zur Seite steht mit Manfred Nastl jener Co-Trainer, mit dem er auch schon bei der Admira zusammengearbeitet hatte. Das erste Training leitet Kühbauer bereits am Dienstag (9.30 Uhr), seinen ersten Pflichtspielauftritt hat er am 14. September ausgerechnet gegen seinen Ex-Club Admira, von dem er sich noch vor dem Vorbereitungsstart getrennt hatte und das im wichtigen Heimduell des Letzten mit dem Vorletzten aus der Südstadt. "Der Druck ist groß, deshalb haben wir uns auch für den Trainerwechsel entschieden. Die Vorgabe ist natürlich gegen die Admira drei Punkte zu machen", sagte Riegler.

Präsident bleibt optimistisch
Durch die Länderspielpause hat Kühbauer fast zwei Wochen Zeit, sich auf seine WAC-Premiere vorzubereiten, die Mannschaft näher kennenzulernen. "Der Zeitpunkt für den Wechsel ist der Beste", meinte Riegler. Positiv für den WAC-Coach ist, dass er mit den vergangene Woche verpflichteten Abwehrspielern Nemanja Rnic und Joachim Standfest zwei zusätzliche Kader-Alternativen zur Verfügung hat. "Es beginnt eine neue Ära, wir starten jetzt die Aufholjagd", blickte Riegler optimistisch in die Zukunft.

Es ist der zweite Trainerwechsel in der laufenden Saison nach jenem bei der Admira. Oliver Lederer war bei den Niederösterreichern nach nur drei Runden vom Co-Trainer zum Chefcoach aufgestiegen und hatte Toni Polster beerbt.

 

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