Fußball

ManU, Barca und Inter sind Meister

16.05.2009

Den "Red Devils" reichte ein 0:0 gegen Arsenal. Barcelona und Inter profitierten von Patzern der Konkurrenz. In Deutschland steht Wolfsburg vor dem ersten Titel der Vereinsgeschichte.

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Drei der vier großen europäischen Ligen sind entschieden. In England sicherte sich Manchester United den 18. Titel der Vereinsgeschichte und ist damit gemeinsam mit Liverpool Rekordchampion. Barcelona profitierte von einer 2:3-Niederlage von Real Madrid bei Villareal. Auch Inter wurde ohne zu spielen Meister: Verfolger AC Milan verlor bei Udinese 2:1 und bescherten damit dem Lokalrivalen den Meistertitel. In Deutschland fiel eine VOrentscheidung. Während sich Tabellenführer Wolfsburg mit einem 5:0-Auswärtssieg bei Hannover schadlos hielt, stolperte Rekordmeister Bayern München und kam nur zu einem 2:2 bei Hoffenheim.


Rekord eingestellt
Manchester United holte durch das 0:0 bei Arsenal damit nicht nur ihren dritten Meistertitel in Serie, sondern auch den 18. der Vereinsgeschichte. Damit hat United die Bestmarke von Rekordmeister Liverpool eingestellt. 75.000 Zuschauer feierten nach dem Schlusspfiff in Old Trafford ihre Helden. Dabei hatte der alte und neue Meister davor nicht wirklich zu überzeugen vermocht. Arsenal gab über weite Strecken der Partie den Ton an, erspielten sich aber ebenfalls kaum zwingende Chancen. Einen Schuss von Kapitän Cesc Fabregas lenkte United-Torhüter Edwin van der Sar in der 83. Minute an die Stange. Den Meisterpokal nahm Manchesters verletzter Kapitän Gary Neville für seine jubelnden Teamkollegen entgegen.

Chance auf vierte Trophäe
Das Team von Alex Ferguson hatte in dieser Saison bereits die Club-WM und den Ligacup gewonnen, am 27. Mai im Finale der Champions League in Rom haben die "Red Devils" als Titelverteidiger gegen den FC Barcelona die Chance auf ihre vierte Trophäe. Der Meister-Hattrick gelang United nach 1999 bis 2001 als erstem englischen Club zum zweiten Mal. Vier Titel in Serie hat es im Mutterland des Fußballs noch nie gegeben. Seit Einführung der Premier League 1992/93 gingen 11 von 17 Meisterschaften nach Old Trafford.

Titel für Barca
In Spanien feiert der FC Barcelona den Titel. Der ewige Rivale Real Madrid verlor bei Villareal mit 2:3 und kürte die Katalanen damit zum Champion. Es war Barcelonas zweiter Titelgewinn dieser Woche, nachdem es am Mittwoch mit einem 4:1 gegen Athletic Bilbao auch im nationalen Cup geklappt hatte. Der 19. Meistertitel der Club-Geschichte rundete das Double ab, zuletzt gelang das in Spanien 1997/98 unter Louis van Gaal ebenfalls Barcelona. Nun gilt die Konzentration dem Champions-League-Finale am 27. Mai in Rom gegen Englands Meister Manchester United. Spanischer Rekordmeister ist nach wie vor mit 31 Titelgewinnen Real Madrid.

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Inter Mailand hat sich am Samstagabend zum vierten Mal in Serie den italienischen Fußball-Meistertitel gesichert. Die "Nerazzurri" (78 Punkte) profitierten von einer 1:2-Auswärtsniederlage von Verfolger und Lokalrivale AC Milan (71) bei Udinese und können schon vor der Sonntagpartie der 36. Runde zu Hause gegen Siena nicht mehr von der Spitzenposition verdrängt werden. Für die Elf von Coach Jose Mourinho ist es der 17. Meistertitel in der Vereinsgeschichte.

Gaetano D'Agostino (31.) und Cristian Zapata (49.) machten die letzten Hoffnungen der ohne den gesperrten David Beckham angetretenen Truppe von Coach Carlo Ancelotti auf den Titelgewinn endgültig zunichte. Der Anschlusstreffer des AC von Massimo Ambrosini in der Nachspielzeit kam zu spät.

Souveräne Wolfsburger
VfL Wolfsburg hat am Samstag einen wichtigen Schritt in Richtung seines ersten deutschen Fußball-Meistertitels gemacht. Die Wolfsburger fertigten Hannover 96 auswärts mit 5:0 ab und liegen damit eine Runde vor Schluss zwei Punkte vor Bayern München und dem VfB Stuttgart an der Tabellenspitze. Der bisher punktegleiche Rekordmeister aus München kam bei Aufsteiger 1899 Hoffenheim nicht über ein 2:2 hinaus.

Wolfsburg dagegen gab sich dank dreier Tore von Edin Dzeko (14., 53., 80.) und deren zwei von Grafite (33., 36.) in Hannover keine Blöße. Das gefährlichste Sturmduo der Liga hält damit zusammen bei 51 Saisontoren - der Brasilianer Grafite bei 26, der Bosnier Dzeko bei 25. Damit spricht auch das Torverhältnis (75:40) für die Wolfsburger und gegen Bayern (69:41) und Stuttgart (62:41).

Dem VW-Club dürfte damit in der abschließenden Runde zu Hause gegen Werder Bremen bereits ein Remis zum Titel reichen. Die Bremer bekleckerten sich mit den Österreichern Sebastian Prödl und Martin Harnik, die in der Innenverteidigung bzw. im Sturm durchspielten, nicht mit Ruhm, verloren ihre Generalprobe für das UEFA-Cup-Finale gegen Schlusslicht Karlsruhe zu Hause mit 1:3.

Die Bayern empfangen kommenden Samstag im Schlager Stuttgart, das sich mit einem 2:0 gegen Energie Cottbus im Titelrennen hielt. Thomas Hitzlsperger (19.) und Cacau (78.) fixierten den zehnten VfB-Sieg in den vergangenen elf Runden. Hertha BSC ließ mit einem torlosen Remis gegen Schalke 04 entscheidende Punkte liegen. Die Berliner sind mit drei Zählern Rückstand auf Wolfsburg und deutlich schlechterer Tordifferenz aus dem Meisterrennen.

Die Bayern erlitten ihren vermutlich vorentscheidenden Dämpfer ausgerechnet gegen den auf Tabellenplatz sieben abgerutschten Herbstmeister Hoffenheim. Topstar Franck Ribery hatte den Favoriten früh in Führung gebracht (16.), Demba Ba (21.) und Carlos Eduardo (29.) schlugen für die Hoffenheimer, bei denen der nach seiner Verletzung sichtlich indisponierte Andreas Ibertsberger zur Pause ausgewechselt wurde, zurück. Mehr als der Ausgleich durch einen Toni-Kopfball gelang den Bayern nicht mehr (44.).

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