Gegen Spanien

ÖFB steigt ins Rennen um die U21-EM 2029 ein

20.03.2026

Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) hat den ersten Schritt auf dem Weg zu einem möglichen Fußball-Großereignis gesetzt. 

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© Gepa
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Fristgerecht wurde das offizielle Interesse an einer Bewerbung für die UEFA U21 EURO 2029 bei der UEFA hinterlegt. Noch ist es nur ein Signal – aber eines mit klarer Stoßrichtung: Österreich will sich erneut auf der internationalen Fußballbühne positionieren. Bereits Ende Jänner hatte der Aufsichtsrat grünes Licht für diesen Schritt gegeben. Nun beginnt die eigentliche Arbeit. Denn zwischen einer Interessenbekundung und einer überzeugenden Bewerbung liegt ein komplexer Prozess, in dem sportliche Vision, infrastrukturelle Realität und organisatorische Präzision ineinandergreifen müssen.

Bühne für das Land

Ein internes Projektteam, geleitet von Wolfgang Gramann, soll nun ein tragfähiges Konzept entwickeln. Dabei geht es nicht nur um Stadien und Trainingsplätze, sondern auch um Fragen der Mobilität, Nachhaltigkeit und internationalen Positionierung. Parallel dazu wird der Dialog mit Politik, Wirtschaft und Sport intensiviert – denn eine Bewerbung dieser Größenordnung braucht Rückhalt auf allen Ebenen.

Für ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Pröll ist die strategische Dimension klar: Eine U21-Europameisterschaft sei weit mehr als ein Turnier – sie sei eine Bühne, auf der sich Österreich als moderner und verlässlicher Gastgeber präsentieren könne. Auch Geschäftsführer Bernhard Neuhold betont die intensive Vorbereitung im Hintergrund. Der Austausch mit der UEFA sowie mit der Slovak Football Association, die das Turnier 2025 ausrichtet, habe wertvolle Einblicke geliefert.

Spanien-Bewerbung liegt ebenfalls vor

Nun gehe es darum, die Anforderungen der UEFA abzuwarten und darauf aufbauend eine detaillierte Bewerbung zu formulieren. Sportlich könnte das Turnier zu einem echten Katalysator werden. Sportdirektor Peter Schöttel sieht darin eine große Chance für die Entwicklung junger Talente. Die U21-EM gilt seit Jahren als Sprungbrett für zukünftige Stars – ein Heimturnier würde diesen Effekt zusätzlich verstärken. Auch U21-Teamchef Peter Perchtold spricht von einem „besonderen Erlebnis“ für Fans und Spieler gleichermaßen. Die Nähe zu den Stars von morgen und die emotionale Kraft eines Heimturniers könnten dem österreichischen Fußball langfristig Auftrieb verleihen.

Doch der Weg ist kein Selbstläufer. Mit Real Federación Española de Fútbol (RFEF) hat bereits ein starker Mitbewerber Interesse angemeldet. Für Spanien wäre die U21 EURO 2029 gewissermaßen die Generalprobe für die FIFA World Cup 2030 – ein Argument mit Gewicht. Bis zum 21. September 2026 bleibt nun Zeit, die Bewerbungsunterlagen auszuarbeiten und einzureichen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit – aber auch eine Chance, die Weichen für ein Fußballfest der Zukunft zu stellen.

Frist endet im September

Ob Österreich am Ende den Zuschlag erhält, ist offen. Sicher ist jedoch schon jetzt: Der ÖFB hat den Ball aufgenommen – und spielt ihn mit Ambition nach vorne.