Testspiele

Neuseeland schlägt Serbien in Klagenfurt

29.05.2010

Die Kiwis gewannen 1:0, zuvor trennten sich Kamerun und die Slowakei mit 1:1.

Zur Vollversion des Artikels
© AP
Zur Vollversion des Artikels

In Klagenfurt kam es zu einem Testspiel-Doppel mit vier WM-Teilnehmern. Neuseeland schlug überraschend die höher eingeschätzten Serben durch ein Tor von Smeltz mit 1:0 (1:0), Kamerun und die Slowakei haben sich kurz vorher mit 1:1 (0:1) getrennt. Kopunek hatte die Europäer in der 6. Minute in Führung gebracht, die verbissen um den Ausgleich kämpfenden Afrikaner wurden mit dem 1:1 durch Eyong in der 83. Minute belohnt.

Unorthodoxe Taktik
Die Neuseeländer brachten die Serben dank einer unorthodoxen, aber effizienten Taktik zum Verzweifeln. Mit einem 3-4-3-System, das sich bei Ballbesitz des Gegners blitzschnell in ein 5-4-1 verwandelte, ließen die diesmal ganz in Schwarz angetretenen "All Whites" der Balkan-Truppe keine Räume.

Die Serben, bei denen Inter-Mailand-Kicker Stankovic auf der Bank saß und Obradovic in der 21. Minute mit einer blutenden Nase vom Feld musste, hatten zwar deutlich mehr Ballbesitz, wussten sich zumeist aber nur mit harmlosen Weitschüssen zu helfen. Die beste Chance vergab Subotic in der 38. Minute, als er aus zwei Metern per Kopf das Tor verfehlte.

Smeltz-Siegtreffer
Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 1:0 für den krassen Außenseiter. In der 22. Minute war Smeltz nach einer Kopfball-Verlängerung von Fallon im Strafraum zum Ball gekommen, ließ Rukavina mühelos aussteigen und schoss trocken ein. Nur zwei Minuten später hatte Fallon das 2:0 auf dem Fuß, der Angreifer scheiterte vom Sechzehner aber an Goalie Stojkovic.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich bei strömendem Regen nichts am Geschehen. Die Serben waren überlegen, aber einfallslos, einzige Ausbeute blieb ein Schuss von Zigic in der 63. Minute aus sechs Metern genau auf Goalie Paston. In der 80. Minute hatten die Neuseeländer sogar noch die Chance auf das 2:0, Brockie traf aus kurzer Distanz jedoch nur das Außennetz.

Danach sorgten die serbischen Fans - unter den 14.000 Zuschauern in der klaren Mehrheit - für negative Höhepunkte. Zunächst wurden Feuerwerkskörper gezündet und eine Flasche aufs Feld geworfen, wenige Minuten vor Schluss stürmten dann einige Anhänger auf den Platz. Kapitän Vidic und seine Kollegen bemühten sich schließlich erfolgreich, die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.

Souveräne Slowaken
Die Slowaken bestachen in einer Partie mit offensichtlichem Testmatch-Charakter mit jenen Vorzügen, die sie schon in der WM-Qualifikation ausgezeichnet hatten. Die Abwehr, angeführt von Liverpool-Legionär Skrtel, präsentierte sich über weite Strecken souverän und die Kollegen in der Offensive sorgten vor allem vor der Pause mit schnellen Vorstößen immer wieder für Gefahr - so auch in der 6. Minute, als Stoch für Kopunek ablegte. Der Mittelfeldspieler traf mit einem strammen Schuss aus 18 Metern genau ins Kreuzeck.

Die Kameruner fanden ohne Superstar Samuel Eto'o mit ihrem äußerst flexibel angelegten 4-3-3-System erst nach einer guten Viertelstunde besser ins Spiel, mehr als Halbchancen durch Schüsse von Webo (19., 30./Goalie Kuciak parierte) und Eyong (27./drüber) schauten jedoch nicht heraus. Nach dem Seitenwechsel kam Salzburg-Legionär Svento ins Spiel, der ebenfalls eingewechselte Sestak produzierte in der 50. Minute aus wenigen Metern einen Lattenpendler und reklamierte danach vergeblich, dass der Ball hinter der Linie aufgekommen sei.

In der Folge dominierten die Afrikaner klar das Geschehen und schafften in der 83. Minute noch den verdienten Ausgleich, als Eyong schneller als Kuciak war und den Ball aus wenigen Metern über die Linie bugsierte. Der slowakische Schlussmann verletzte sich in dieser Situation und musste durch Pernis ersetzt werden.

Svento muss bangen
Die Slowakei blieb in der zweiten Hälfte mit Ausnahme des Lattentreffers weitgehend harmlos, auch Svento konnte am linken Flügel keine Akzente setzen und muss dadurch um seinen Platz im 23-Mann-WM-Kader bangen.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel