Holland - Österreich

ÖFB-Team eröffnete Länderspieljahr mit 1:3

09.02.2011

Treffer durch Sneijder, Huntelaar und Kuyt bzw Arnautovic-Elfer.

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Österreichs Fußball-Nationalmannschaft ist mit einer Niederlage ins Jahr 2011 gestartet. Die Mannschaft von Teamchef Dietmar Constantini musste sich am Mittwoch im freundschaftlichen Länderspiel gegen die Niederlande 1:3 (0:1) geschlagen geben. Der Vizeweltmeister erwies sich als eine Nummer zu groß und zeigte den Österreichern die Grenzen auf. Eine rot-weiß-rote Überraschung war in Eindhoven außer Reichweite.

   Wesley Sneijder (28.), Klaas-Jan Huntelaar (48.) und Dirk Kuyt (71./Hand-Elfmeter) sorgten vor 33.000 Zuschauern für den ungefährdeten Heimsieg der "Oranjes", Marko Arnautovic gelang per Foul-Elfmeter (84.) zumindest der Ehrentreffer. Österreich wartet damit weiter auf den ersten Auswärtssieg seit Oktober 2006 (2:1 gegen Liechtenstein). Der Niederlage gegen den Zweiten im FIFA-Ranking ungeachtet gilt die vollste Konzentration nun der EM-Qualifikation. Am 25. März wartet in Wien die Partie gegen Belgien, vier Tage später geht es in Istanbul gegen die Türkei.

Constantini hatte im Philips-Stadion wie angekündigt auf Defensive gesetzt. Vor der Vierer-Abwehr um den wieder ins Team zurückgekehrten Emanuel Pogatetz bot der ÖFB-Teamchef in der Zentrale ein dicht gestaffeltes Mittelfeld auf. Stefan Maierhofer agierte in Abwesenheit von Marc Janko als Solo-Spitze. Der angeschlagene Teamkapitän weilte auch nicht im Stadion. Sein Club Twente Enschede hatte Janko lauf ÖFB keine Freigabe für die Reise nach Eindhoven erteilt.


 "Wir müssen schauen, dass wir die Holländer einbremsen können", meinte Constantini vor dem Anpfiff. Seine Elf tat wie befohlen und versuchte, die Räume in der eigenen Spielhälfte mit viel Laufarbeit dicht zu machen. Klare Feldüberlegenheit hatten freilich auch ohne die absenten Stars Arjen Robben, Rafael van der Vaart und Robin van Persie die Hausherren.

   Über ihr Flügelspiel kamen die Niederländer durch Kuyt und Ibrahim Afellay immer wieder gefährlich in Strafraumnähe. Zentral versuchte Franz Schiemer die Kreise von Regisseur Sneijder einzuengen. Der Champions-League-Sieger von Inter Mailand war es auch, der die erste gefährliche Aktion der Niederländer einleitete: Huntelaar scheiterte nach Sneijders Idealpass aber an Österreichs Torhüter Jürgen Macho (10.).

   In Minute 28 zeichnete sich der quirlige Mittelfeldspieler selbst für die Führung verantwortlich. Nach Doppelpass mit Huntelaar hob Sneijder den Ball volley im Fallen über Macho hinweg mit niederländischer Präzession ins Tor. Ein Tor, das verdient war. Huntelaar (19.) und Kuyt (24.) per Kopf hatten bereits zuvor für Toralarm gesorgt. Die auf Fehler des Vizeweltmeisters wartende ÖFB-Elf hatte dem einen harmlosen Maierhofer-Kopfball (6.) und einen zu zentral angetragenen Schuss von David Alaba (12.) entgegenzusetzen.

   Die Heimischen um Bondscoach Bert van Marwijk schalteten nach dem 1:0 zurück und ermöglichten der Constantini-Elf, besser ins Spiel zu kommen. Kurz vor Abpfiff der ersten Spielhälfte fand Schiemer sogar die große Möglichkeit auf den Ausgleich vor. Nach einem Eckball und Kopfballverlängerung von Maierhofer bugsierte der Salzburg-Akteur den Ball aus wenigen Metern über das Gehäuse.

   Ohne den in der Kabine gebliebenen Sneijder, aber mit einem frischen Eljero Elia starteten die Niederlande in die zweite Spielhälfte. Letzterer bediente per Fersler Außenverteidiger Pieters, dessen Flanke der sträflich vernachlässigte Huntelaar per Kopf vollstreckte. Österreichs Abwehr wirkte indisponiert, der Schalke-Stürmer beendete somit endgültig Österreichs Träume von einer Überraschung.

Constantini stellt auf ein 4-4-2-System um

 Nach einer Stunde stellte Constantini auf ein 4-4-2-System um und brachte mit Erwin Hoffer eine echte zweite Spitze. Gefährlich wurde Österreich aber erneut nur per Standardsituation durch einen Prödl-Kopfball (68.). Ein Blackout von Florian Klein besiegelte schließlich die schlussendlich klare ÖFB-Niederlage. Der Rechtsverteidiger nahm völlig unbedrängt im Strafraum die Hand zu Hilfe, Kuyt verwertete den fälligen Elfmeter, der wiederholt werden musste, auch im zweiten Anlauf sicher.

   Vergönnt war Österreich im Finish zumindest der Ehrentreffer. Nachdem Maierhofer von Wisgerhof im Strafraum gehalten worden war, verwertete Ex-Niederlande-Legionär Arnautovic sicher vom Elferpunkt. Nach zuletzt drei in Freundschaftsspielen vergebenen Strafstößen war das ÖFB-Team wieder einmal vom Punkt erfolgreich.
 

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