Bundesliga

Trapattoni vom Meistertitel überzeugt

18.01.2008

"Ich verwette mein ganzes Geld, dass wir wieder Meister werden": Bullen-Coach Trapattoni lehnt sich mit Saisonprognose weit hinaus.

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Das Ziel von Meister Red Bull Salzburg für die verbleibenden 13 Runden der Fußball-Bundesliga ist klar: Der Titel muss erfolgreich verteidigt werden. Dafür gilt es bis zum Frühjahrsstart am 16. Februar die Basis zu legen. Schuften für ein erfolgreiches Jahr 2008 ist im Trainingslager der Bullen von vergangenem Mittwoch bis 26. Jänner in Dubai angesagt. Laut Trainer Giovanni Trapattoni ist es das bisher härteste.

"Viel Arbeit bringt Erfolg"
Für den Startrainer gibt es nur ein Erfolgsrezept: "Viel Arbeit bringt sicher auch Erfolg." Dass die Spieler dabei voll mitziehen, versprach Kapitän Alexander Zickler: "Nur wenn wir topfit in die Saison starten, können wir es packen. Dafür wird nicht nur der Trainer alles geben, sondern auch wir Spieler". Für Zickler sind bereits die Auftaktbegegnungen mit Mattersburg und dem unmittelbaren Titelkonkurrenten Austria Wien Schlüsselspiele. "Dann wissen wir, ob wir ganz oben dabei sind."

Mittelfeldmotor Niko Kovac pflichtete ihm bei. Der kroatische Teamkapitän geht davon aus, dass er als österreichischer Meister in die EURO geht: "Ohne überheblich zu sein, wusste ich ab der ersten Minute der Meisterschaft, dass wir unseren Titel verteidigen, weil wir ganz einfach qualitativ und quantitativ die beste Mannschaft in Österreich sind." Dass die Salzburger im Herbst nicht das von ihnen erwartete Niveau erreichten, hat laut Kovac mehrere Gründe. Der Kroate nannte "vor allem die große Enttäuschung nach dem unglücklichen Ausscheiden in der Champions League".

"Verwette mein ganzes Geld"
Selbst der sonst so besonnene und immer wieder zur Vorsicht mahnende Trapattoni schlug in Sachen Titelverteidigung ungewohnt große Töne an: "Ich bleibe dabei, was ich schon einmal gesagt habe: Ich verwette mein ganzes Geld, dass wir wieder Meister werden. Wir sind das Didi Mateschitz schuldig und müssen an das Projekt von Red Bull, in die Champions League zu kommen, glauben. Die Titelverteidigung ist dabei die Voraussetzung."

Bleibt Trapattoni?
Ob mit ihm als Trainer, das überlässt Trapattoni nach wie vor höherer Gewalt. "Das weiß nur der liebe Gott", erklärte der gläubige Katholik, fügte aber hinzu: "Es wäre das Schönste, mit Red Bull die Liga der Besten zu erreichen." Dass Red-Bull-Eigentümer Mateschitz seine Zukunft in Salzburg zur Chefsache erklärt hat, ist für den Startrainer kein Problem. "Mit ihm habe ich den besten Kontakt." Vertragsverhandlungen stünden derzeit aber nicht im Vordergrund. "Jetzt heißt es einmal arbeiten und nicht reden", betonte Trapattoni.

Der fidele 68-Jährige zeigt keine Spur von Amtsmüdigkeit. "In Pension gehe ich sicher nicht. Es wird einen neuen Vertrag geben, hier oder woanders", erklärte Trapattoni. "Ich habe 10 Jahre Juventus trainiert und dann gemerkt, wie reizvoll es ist, eine neue Erfahrung zu sammeln." Sollte der "Maestro" wieder Meister werden, dürfte er den Salzburgern ohnehin erhalten bleiben - auch, weil Mateschitz die Alternativen zum weltbekannten Charismatiker Trapattoni fehlen.

"Besser als letztes Jahr"
Am Titel zweifelt Trapattoni keine Sekunde. "Wir sind besser als letztes Jahr", versicherte der Italiener. "Die Mannschaft hat im Herbst durch dumme individuelle Fehler viele Punkte hergeschenkt. Mittlerweile hat sie aber verstanden, konzentriert zu sein. Sie hat sich zuletzt vor allem auswärts so präsentiert, wie ich mir das erwarte." Um ihnen ihre Fehler auszutreiben, hat Trapattoni den Spielern eine DVD zusammengestellt. "Sie zeigt, wie es möglich ist, Spiele zu verlieren."

Das sollte in den kommenden 13 Runden nicht mehr zu oft der Fall sein, wollen die Salzburger im Fünfkampf um den Titel als Sieger hervorgehen. Trapattoni erinnerte daran, dass die Konkurrenten Sturm, Rapid und LASK allesamt noch nach Salzburg müssen. "Außerdem haben wir noch die beiden direkten Duelle mit Austria Wien." Mit den verletzten Miyamoto, Dudic, Meyer und Bodnar müssen die Salzburger aber gleich vier Verteidiger vorgeben. In Dubai trainiert daher Amateur Norman Prenn mit den Profis.

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