Unsicherheiten
Wetter, Wucher & Trump: Droht das große WM-Chaos?
12.05.2026Haupt-Gastgeber USA wartet für WM-Touristen mit Besonderheiten auf
Wetterkapriolen, weite Wege und horrende Preise: Die in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragene Fußball-WM ruft im Vorfeld nicht nur Begeisterung hervor. Stimmungstechnisch soll das Turnier (11. Juni bis 19. Juli) mit erstmals 48 Mannschaften im Vergleich zu vergangenen Endrunden nicht abfallen. 78 der 104 Spiele werden in den USA ausgetragen, auch das ÖFB-Team wird seine Gruppenspiele in den Vereinigten Staaten bestreiten - dort warten gewisse Tücken und Besonderheiten.
Das Wetter:
Bei der Club-WM in den USA vor einem Jahr sorgten Unwetter für längere Unterbrechungen und Rätselraten. Die extreme Hitze des amerikanischen Sommers mit Temperaturen von deutlich über 30 Grad vor allem im Nordosten samt rasch aufziehender Gewitter sorgte auch beim Weltverband für Handlungsbedarf. Die FIFA will in Zusammenarbeit mit dem National Weather Service Lehren gezogen haben. Spiele wurden so angesetzt, um in den Risikostädten die Hitze-Höhepunkte zu umgehen. Dies ist in Miami ebenso der Fall wie in Houston, Kansas City oder Dallas, wo auch Österreichs Nationalteam im Einsatz ist. Die Partie gegen Argentinien in Dallas wird um 12.00 Uhr Mittag Ortszeit bei geschlossenem Stadiondach angepfiffen. Gegen Algerien geht es in Kansas City um 21.00 Uhr Ortszeit.
Weite Wege:
Logistisch wird die WM mit 16 Spielorten in drei Ländern zur Herausforderung. Waren die Endrunde in Katar 2022 eine der kurzen Wege, liegen nun tausende Kilometer zwischen den Spielorten. Vor allem für die Anhänger wird dies zur Herausforderung. Für die Mannschaften ergeben sich unterschiedliche Szenarien. Co-Gastgeber Mexiko spielt nur in Mexiko City und Guadalajara. Bosniens Team reist hingegen über 5.000 km zu den Partien gegen Kanada (Toronto), die Schweiz (Los Angeles) und Katar (Seattle).
Die teure WM:
Berichte über teure Eintrittskarten und in die Höhe schnellende Preise für Parkkarten und Öffi-Tickets sorgten in den vergangenen Monaten für Aufsehen. Die Endrunde in Nordamerika wird die für die Fans bisher teuerste aller Zeiten. Infantino machte den Zweitmarkt dafür verantwortlich. Dort wurden bereits knapp zwei Millionen Euro für eine Karte im Finale ausgerufen. "Wenn jemand wirklich darum eine Karte kauft, bringe ich ihm persönlich einen Hot Dog und eine Cola", scherzte der FIFA-Boss. Der Weltverband hatte damit geworben, dass es Tickets bereits für 60 US-Dollar (ca. 51,50 Euro) gebe. Die Bereiche in dieser Preiskategorie sind in den Stadien aber verschwindend klein.
Der "Trump-Faktor":
Als die Bewerbung im Juni 2018 angenommen wurde, war Donald Trump im Hintergrund bereits auffällig. Damals drohte er, dass die USA einem anderen Land die Unterstützung bei den Vereinten Nationen entziehen würde, sollte dieses für den damaligen Mitbewerber Marokko stimmen. Acht Jahre später ist Trump wieder US-Präsident - und in seiner Rolle umstritten. Dass der Republikaner bei der Siegerehrung der Club-WM mit den Chelsea-Profis am Podium feierte, lieferte einen Vorgeschmack. FIFA-Boss Gianni Infantino dürfte seinen Intimus in dessen Streben nach Öffentlichkeit kaum bremsen. Unscheinbar machen sich neben dem polternden US-Präsidenten Mexikos Staatschefin Claudia Sheinbaum und Kanadas Regierungschef Mark Carney aus.
Sorgen um Rechtslage:
Mehr als 120 Bürgerrechtsgruppen warnten Fußballfans und andere USA-Reisende vor "schweren Verletzungen ihrer Rechte" während der WM. Die Organisation ACLU begründete dies mit dem "drakonischen einwanderungs- und menschenrechtsfeindlichen Kurs" der Trump-Regierung. Die Organisationen listen mehrere Risiken auf: Gerechnet werden müsse demnach mit einer willkürlichen Einreiseverweigerung, mit "Festnahme, Inhaftierung und/oder Abschiebung" sowie mit Kontrollen der elektronischen Geräte und Konten in Online-Netzwerken. Die FIFA müsse deshalb dringend Druck auf die US-Regierung ausüben, hieß es.
Die WM als Show:
Die FIFA will den auf Unterhaltung auch abseits des Sportlichen getrimmten US-Fans einiges bieten. Erstmals wird es während der Halbzeitpause eines WM-Endspiels eine Halftime-Show geben. Der Weltverband pries dies als "historische Neuerung" an. Bei Fußball-Puristen stoßen solche Meldungen jedoch auf Ablehnung. Aufregung unter den US-Fans gab es indes über Berichte, wonach die FIFA das beliebte "Tailgating" verbieten würde. In den USA sind damit die beliebten Partys auf den Stadion-Parkplätzen gemeint, in denen schon Stunden vor den Spielen Essen und Getränke konsumiert werden. Die amerikanischen Anhänger sehen sich ihrer geliebten Tradition beraubt.