Wien

Zenit-Fans randalierten im Happel-Stadion

11.12.2013

Bengalische Feuer und Böller geworfen - Polizei stürmte Zenit-Sektor. 

Zur Vollversion des Artikels
Zur Vollversion des Artikels

Die Partie der Fußball-Champions-League zwischen der Austria und Zenit St. Petersburg musste am Mittwochabend wegen Zuschauerausschreitungen für einige Minuten unterbrochen werden. Aus dem Bereich der Gäste-Fans im 3. Rang des Sektors F im Happel-Stadion waren zahlreiche Knallkörper und bengalische Fackeln in Richtung anderer Zuschauer abgefeuert worden.

Auseinandersetzungen zwischen Zenit-Fans und dem Ordnerdienst bzw. der Polizei waren die Folge. Der mazedonische Schiedsrichter Aleksandar Stavrev unterbrach das Match daraufhin nach rund einer halben Stunde für einige Minuten.

Festnahmen und Verletzte
Im Zuge der Randale wurden sieben Personen festgenommen, 21 Personen wurden vor allem wegen Verstößen gegen das Pyrotechnik-Gesetz angezeigt, sagte Polizeisprecherin Michaela Rossmann am Donnerstag gegenüber der APA. Sechs russische Fans wurden durch Tränengas leicht verletzt. Verletzte unter den Zuschauern - Böller explodierten auch in einem Familiensektor - gab es laut Polizeiangaben keine. Nach dem Spiel wurden die Fangruppen voneinander ferngehalten. Die russischen Anhänger wurden bis zur Grenze begleitet. Zwischenfälle gab es dabei keine.

Austria rechnet mit Strafe
"Es wird sicher ein Verfahren nach sich ziehen, auch für uns als Veranstalter", meinte Markus Kraetschmer. Wie der Austria-Vorstand betonte, habe es im Vorfeld eine gute Zusammenarbeit mit den Zenit-Verantwortlichen gegeben. Diese haben über den als besonders brutal geltenden Anhang des Vizemeisters aber offenbar keine Kontrolle. "Zenit verurteilt diese Akte des Hooliganismus", ließ der Verein in einer Aussendung wissen. Man werde Stadionsperren aussprechen.

Greenpeace-Aktion vor dem Spiel
Vor dem Spiel sorgte eine Greenpeace-Aktion für Aufsehen. Während die Mannschaften  Aufstellung nahmen, entrollten sechs als Cheerleader getarnte Aktivistinnen der Umweltschutzorganisation Plakate mit der Aufschrift "Gazprom don't foul the arctic".

"Ich schaue schon lange Champions League, Cheerleader habe ich noch nicht gesehen. Deshalb habe ich mich ein wenig gewundert, als die hereinmarschiert sind. Aber da war es schon zu spät", meinte Kraetschmer. Die Aktion dürfte genau durchgeplant worden sein. Zugang zum Spielfeld erhielten die Aktivisten offenbar durch eine Zusammenarbeit mit zwei bis drei Ordnern.

"Beim Versuch, Daten aufzunehmen, sind Personen offenbar auch in fahrende Autos geflüchtet", berichtete Kraetschmer. Die Austria will nun die Strafe der UEFA abwarten und dann dementsprechend regressieren. Dass Greenpeace vor einem Spiel von Zenit eine Aktion setzt, war zumindest für Heinz Lindner nicht überraschend. "Damit hat man heute rechnen müssen", meinte der Austria-Torhüter.

Greenpeace hatte erst Montag bei der Pressekonferenz zum Spiel zwischen FC Kopenhagen und Real Madrid ein ähnliches Plakat entrollt.

© APA

Greenpeace-Aktivistinnen vor dem Spiel im Happel-Stadion; Foto: APA

 


 

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel