Regelbruch?

FIA ermittelt gegen Mercedes & Red Bull

02.04.2026

Auch drei Rennen nach dem Saisonstart der Formel 1 sorgt die in Kraft getretene Regeländerung für jede Menge Wirbel, nun wurde sogar der Motorsport-Weltverband FIA alarmiert und geht wohl gegen Mercedes und Red Bull vor. 

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Nach drei Rennen muss die Formel 1 eine einmonatige Pause einlegen, weil die geplanten Rennen in Saudi-Arabien und Bahrain aufgrund des Iran-Kriegs nicht abgehalten werden können. Die Teams und Verantwortlichen der Motorsport-Königsklasse können in der Zeit die Erkenntnisse zur Reglementänderung erstmals umsetzen.

Die neuen Vorgaben sorgen weiterhin für viel Unmut. Vor allem Superstar Max Verstappen ist einer der größten Kritiker des Systems. Dennoch haben bereits einige Teams versucht, Schlupflöcher zu finden, was nun auch von der FIA untersucht werden könnte.

Wie das britische Insider-Portal "The Race" berichtet, haben sich mehrere Teams beschwert, dass Mercedes und Red Bull mit einem Qualifying-Trick die Regel-Auslegung versuchen zu umgehen.

Fragwürdige Nutzung

Es geht dabei um die Nutzung des Elektromotors (MGU-K). Dem Reglement zufolge muss die Leistung der Einheit schrittweise reduziert werden, doch die beiden Teams dürften einen Weg gefunden haben, wie man die Leistung länger ausschöpfen kann. Das soll vor allem einen gewissen Vorteil in den schnellen Quali-Runden mit sich bringen.

Während die Silberpfeile die Saison bislang dominieren, wäre es kaum vorstellbar für viele Fans, wie groß der Rückstand der Bullen ohne diesen Trick wäre. Das große Problem ist allerdings, dass die MGU-K für 60 Sekunden gesperrt wird, nachdem die Leistung auf der Geraden ausgeschöpft ist.

Dieser von Insidern als "Notabschaltung" bezeichnete Vorgang ist mit ein Grund, dass mehrere Piloten teilweise auf den Strecken fast zum Stillstand gekommen waren. Denn während die Fahrer bei einem Leistungsverlust stärker auf das Gaspedal treten, drosselt das die Drehzahl enorm und ohne die elektrische Unterstützung durch die MGU-K entsteht ein enormes Leistungsdefizit.

Experten uneinig

Wie groß der Leistungsunterschied ist, können die Experten allerdings noch immer nicht abschätzen. Man spricht allerdings von einem minimalen Zeitgewinn, vor allem auf Kursen mit längeren Hochgeschwindigkeits-Passagen. Zuletzt beim GP von Japan führte das teils zu gefährlichen Situationen. Auch McLaren-Star Lando Norris warnte im Vorfeld, dass schon bald ein schweres Unglück deshalb passieren werde.

Auch wenn Red Bull und Mercedes einen legalen Trick anwenden, um schnellere Runden im Qualifying zu absolvieren, war die Regel anders gedacht. Selbst Ferrari kritisierte das Vorgehen der Rivalen offiziell. Dem Bericht zufolge soll die FIA eines der beiden Teams sogar schon kontaktiert haben und könnte die Verantwortlichen dazu auffordern, entsprechend einzugreifen. Mercedes dürfte sogar intern bereits diskutieren, ob der Regel-Trick überhaupt einen Vorteil verschafft und möchte zukünftig darauf verzichten. Wie die Bullen auf die aktuelle Entwicklung reagieren, ist noch nicht klar und wird sich erst am 3. Mai beim GP von Miami zeigen.

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