Nach 3 Mal Gold
Ende der Erfolgs-Ära: Ski-Alarm in der Schweiz
13.02.2026Trotz drei Mal Gold und je ein Mal Silber und Bronze bei den alpinen Ski-Bewerben hängt in der Schweiz der Haussegen schief.
Franjo von Allmen ist mit drei Mal Gold in Abfahrt, Super-G und dem Teambewerb und Silber (Odermatt/Meillard) im Herren-Team und Bronze im Super-G durch Marco Odermatt kracht es hinter den Kulissen beim Schweizer Ski-Team gewaltig.
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Die Stars legen sich jetzt schon öffentlich mit den Verantwortlichen der derzeit besten Ski-Nation an. Denn während Österreich sowohl bei den Herren im Team durch Vincent Kriechmayr und Manuel Feller Silber holte und bei den Frauen Cornelia Hütter im Super-G auf Rang drei landete und das Duo Ariane Rädler/Katharina Huber sensationell Gold holte, fahren die Schweizer Damen den eigenen Erwartungen hinterher.
Durch die Verletzungen der Superstars Lara Gut-Behrami, Michelle Gisin, Jasmin Flury und Corine Suter fehlen bei den weiblichen Eidgenossen die absoluten Sieg-Läuferinnen. Ähnlich wie in Österreich entsteht plötzlich eine riesige Lücke und man fährt dem Spitzenfeld weit hinterher.
Flaute bei Speed-Damen
Bei den Damen-Rennen waren die besten Schweizer Läuferinnen nur auf Platz 14 (Abfahrt), 6 (Team) und 10 (Super-G). Mit Zukunftshoffnung Malorie Blanc fuhr heuer nur eine Speed-Spezialistin aufs Weltcup-Podest.
Darauf angesprochen schlägt der Schweizer Co-CEO Walter Reusser gegenüber Blick Alarm. Er meint, dass die Probleme schon lange vorher begonnen haben. Ausreden will er dennoch nicht gelten lassen, denn abgesehen vom ÖSV gibt es keinen Ski-Verband mit ähnlich vielen finanziellen Mitteln.
Doch Gut-Behrami (34), Gisin (32) und Suter (31) sind nicht mehr die Jüngsten und werden früher oder später ihre Karriere beenden. Danach fehlt abgesehen von Blanc die neue Generation. "Wenn sich zwei oder drei Top-Shots verletzen, sind wir im Scheiss", ist sich Reusser der Lage bewusst.
"Viele kaputtgemacht"
Ähnlich wie zuletzt in Österreich fehlt eine Generation an Erfolgsläufern. Deshalb dominieren derzeit Odermatt, von Allmen & Co. bei den Herren. Reusser übt scharfe Kritik: "Die Lücke entstand nicht heute oder im letzten Sommer, sondern früher. Man hat viele kaputtgemacht, sie verheizt. Jetzt bluten wir dafür."
Laut Speed-Trainer Stefan Abplanalp braucht man noch Zeit und Geduld, allerdings liegen die Hoffnungen jetzt auf den technischen Disziplinen, wo man mit Camille Rast und Wendy Holdener noch gute Medaillenchancen hat, um die erfolgsverwöhnten Fans zu beruhigen.