Showdown
Italo-Machtdemonstration im 2. Abfahrtstraining - Entwarnung nach Hemetsberger-Schock
05.02.2026Im zweiten Training für die Olympia-Abfahrt am Samstag (11.30 Uhr, ORF1 live) brannten die Italiener ein Feuerwerk ab. Schnellster war Mattia Casse vor Florian Schieder und Streif-Sieger Giovanni Franzoni. Bester Österreicher: Stefan Babinsky (11./+1,74).
Hinter der Top-Zeit von Casse (1:52,85) steht allerdings ein Sternchen. Das bedeutet: Der Italiener hatte auf der im Gegensatz zum Mittwoch bei bester Sicht wesentlich schneller gewordenen "Pista Stelvio" ein Tor ausgelassen. Er wollte offenbar nichts riskieren. Hinter Casse landeten mit Schieder (+0,45 Sekunden) und Franzoni (+0,87) weitere Italiener. Stefan Babinsky (+1,74), Vincent Kriechmayr (+1,83) und Raphael Haaser (+1,85) landeten auf den Plätzen elf bis 13.
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Entwarnung nach Hemetsberger-Sturz
Überschattet wurde das Training vom schweren Sturz von Daniel Hemetsberger, dem es dabei sogar den Helm heruntergerissen hatte. Der Oberösterreicher hatte offenbar Glück im Unglück, konnte mit blutigem Gesicht ins Ziel rutschen und selbst Entwarnung geben: "Was Gröberes sollte nicht sein."
Auch die TV-Bilder auf denen Hemetsberger scheinbar regungslos liegenblieb, hatten offenbar einen falschen Eindruck vermittelt. "Ich war Gott sei Dank nicht weg, habe den ganzen Sturz live miterlebt, weiß auch alles", gab der Rennläufer selbst an. Der Einschlag mit über 100 km/h ins Tor sei "grauslich" gewesen. "Da hat es mir ziemlich den Kopf ins Genick gerissen." Dass man dabei den Helm verliere, könne passieren: "Das juckt mich nicht, da kritisiere ich niemanden." Erstmals in seiner Karriere sei bei ihm der Airbag aufgegangen. "Wollte ich auch nie erleben, aber hat gepasst. Mir hat es den rechten Fuß ein bisschen verdreht, aber beim Runterfahren war es kein Problem und ich habe auch draufsteigen können", sagte Hemetsberger. "Es ist eh der kaputte."
Nur "ein bisschen Kopfweh"
Dazu kommen andere Probleme. Er klagte über "ein ganz bisschen Kopfweh" und hoffte, dass die "Schwellung beim Auge weggeht, weil momentan sehe ich nicht so gut". Groß war sein Ärger über den Sturz. "Ich habe den gleichen Scheiß wie in Kitzbühel gemacht. Einmal kann man einen Fehler machen, aber nicht zweimal. Dann ist man ein Idiot, das ärgert mich gewaltig."
Ein Start in der Abfahrt am Samstag sollte "in jedem Fall" möglich sein. Falls bei medizinischen Checks, nachdem das Adrenalin weg ist, doch gröbere Verletzungen herausstellen, hätte der ÖSV ein Problem. Allrounder Marco Schwarz, der trotz erst wenigen Einsätzen zu unseren besten Abfahrern zählt, wegen fehlender FIS-Punkte nicht auf die Olympia-Abfahrtsstrecke in Bormio. Damit müsste Lukas Feurstein (Trainings-38./+6,38) als "Notnagel" herhalten.