Abschlusstraining

Nach Blut-Sturz: Gezeichneter Hemetsberger mit 6 Meter Tape Zweiter

06.02.2026

Kaum zu glauben: 24 Stunden nach seinem Horrorsturz stürzte sich Daniel Hemetsberger am Freitag schwer gezeichnet im Abschlusstraining über die Stelvio und wurde sensationell Zweiter.

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© gepa
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Blaues Auge, die Wunden im Gesicht zugeklebt, gebrochene Nase, ausgeschlagene Zähne und nach eigenen Angaben sechs Meter Tape am malträtierten Körper. Trotzdem erschien Hemetsberger zum letzten Training für das Abfahrts-Highlight am Samstag (11.30 Uhr/ORF1 live).

"Zum Glück ist er schon verheiratet"

"Der Hemi schaut aus wie ein Boxer", flachste ORF-Experte Hans Knauß. "Zum Glück ist er schon verheiratet",  Italo-Legende Dominik Paris holte sich noch schnell ein Selfie von unserem Abfahrts-Helden. Dann ging's los.

In Abwesenheit zahlreicher Läufer (z. B. Kitzbühel-Sieger Franzoni, Babinsky, Haaser oder Rogentin) hatten nach zwei Trainingsläufen genug) brannte Hemetsberger mit Startnummer 20 die zweitschnellste Zeit in die eisige Piste. Mit Abstand Schnellster war der Kanadier James Crawford (-1,68).

Mitfavorit Franjo von Allmen (SUI) kam nach einer Verschneider-Schrecksekunde mit 2,87 Sekunden Rückstand als Siebenter ins Ziel. Die Gold-Kandidaten Marco Odermatt (SUI/+4,19), Vincent Kriechmayr (+5,37) und Dominik Paris (+8,37) probten noch einzelne Passagen.

"Habe mir keine Schmerztabletten reingehauen"

Gefragtester Interview-Kandidat im Ziel war aber Hemetsberger. "Ich habe mir keine Schmerztabletten reingehauen, damit ich einmal alles spüre", so der Sturzpilot vom Donnerstag. Und er gestand: "Mir ist der A... auf Grundeis gegangen. Aber mein Haxn hat gehalten."

Dann verriet der Oberösterreicher, wie schlimm es um ihn stand: "Ich bin den ganzen Nachmittag im Bett gelegen, solche Schmerzen hatte ich. Ich hatte die Abfahrt eigentlich schon abgehakt." Doch Kollegen und Betreuer hatten ihm gut zugeredet. "Außerdem ist es Olympia, da versuchst du natürlich alles." Entsprechend zufrieden war Hemetsberger nach einer "verhaltenen Trainingsfahrt, bei der ich nicht überall hingefahren bin, wo du als Gesunder hinfährst."

Teamkollege Kriechmayr meinte bewundernd, Hemi sei "ein Stier. Jeder weiß, dass der gut beieinander ist". Knauß. "Für die Brezn, die er am Vortag gerissen hat, war das eine sehr passable Trainingsfahrt."

Nur 23 Rennläufer im Abschlusstraining

Insgesamt nur 23 Rennläufer hatten das Freitag-Training in Angriff genommen - bis auf den Schnellsten Crawford war kein Top-Mann annähernd voll gefahren.