Schnellrodeln
SILBER! Rodel-Wahnsinn geht in Team-Staffel weiter
12.02.2026Österreichs Rodlerinnen und Rodler haben die Olympischen Spiele in Cortina im fünften und letzten Bewerb in ihrer Sportart mit der vierten Medaille beschlossen. Lisa Schulte, Thomas Steu/Wolfgang Kindl, Jonas Müller, Selina Egle/Lara Kipp holten sich am Donnerstag Silber in der Team-Staffel.
Gold ging mit 0,542 Sekunden Vorsprung an Deutschland, Bronze an Italien. Österreichs Olympia-Team hält damit nach sechs Wettkampftagen der Winterspiele schon bei zwölf Medaillen (3-6-3).
Einzig Schulte hatte von den ÖOC-Startern in der Staffel bei diesen Spielen noch keine Medaille geholt. Dass sie diese im Teambewerb mit nach Hause nehmen darf, stand bereits bei der Zieldurchfahrt von Egle/Kipp fest. Mehr als fünf Zehntelsekunden hatten die Österreicher auf die letztlich viertplatzierten Letten gut, mehr als drei Zehntel auf die nach ihnen gerodelten Italiener. "Im Ziel habe ich schon ein paar Tränen in den Augen gehabt. Ich habe eine Riesenfreude damit", sagte die im Gesamtweltcup führende Schulte, die im Einzel nur Siebente geworden war.
Deutschland unantastbar
Gegen Deutschland war kein Kraut gewachsen. Das favorisierte Team holte sich in der Besetzung Julia Taubitz, Tobias Wendl/Tobias Arlt, Max Langenhan und Dajana Eitberger/Magdalena Matschina bei der vierten Austragung zum vierten Mal Olympia-Gold in der Team-Staffel. Taubitz und Langenhan hatten bereits in den Einzel-Rennen im neuen Eiskanal "Eugenio Monti" überlegen triumphiert. Wendl/Arlt krönten sich mit ihrer siebenten Goldmedaille bei zusätzlich einer Bronzenen zu den erfolgreichsten deutschen Athleten bei Winterspielen überhaupt.
"Ich glaube, die Deutschen waren heute unschlagbar. Wir haben alle gute Läufe gehabt", betonte Ex-Weltmeister Müller. Es fühle sich daher wie ein Sieg an. "Silber ist das neue Gold", meinte Kindl mit einem Schmunzeln. Der 37-Jährige nennt mittlerweile vier Stück dieses Edelmetalls von Olympia sein Eigen. "Vielleicht ist es ein Zeichen, noch ein bisschen weiterzumachen." Vielleicht ergebe sich die Chance, noch einmal eine Medaille in einer anderen Farbe zu machen. Steu freute sich im ORF bereits auf die folgende Feier: "Reden ist Schweigen, Silber ist Gold - heute geben wir Vollgas."
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Österreich war als Führender im Staffel-Weltcup in den Bewerb gegangen. Das ÖOC-Sextett machte keinen groben Fehler und wurde belohnt. "Wir sind die Letzten und müssen es ins Ziel bringen. Es war so viel Erleichterung", schilderte Kipp. "Es freut mich voll, dass wir es noch einmal hinbekommen haben", sagte Egle. "Alle haben eine super Leistung gezeigt. Bei den ganzen Schlitten, die da herunter müssen, kann immer viel passieren", erinnerte Österreichs Cheftrainer Christian Eigentler. "Wir sind superhappy mit dem Ergebnis."
Medaillenserie fortgesetzt
Steu/Kindl verlassen Cortina nun ebenso wie Müller mit zwei Silbermedaillen. Egle/Kipp hatten am Mittwoch im Doppelsitzer zudem Bronze erobert. "Vier Medaillen sind einfach toll. Bei fünf Bewerben muss man die erst einmal machen", erklärte Österreichs Rodel-Verbandspräsident Markus Prock. Es sei eine "Riesenlast" abgefallen, ergänzte Eigentler. "Wir haben die ganze Saison über schon performt."
Viermal Edelmetall im Rodeln hatte es für Österreich bei Winterspielen bisher nur 1992 in Albertville gegeben. Damals gab es allerdings lediglich drei Bewerbe - diesmal waren es dank des neu ins Programm aufgenommenen Frauen-Doppelsitzers erstmals fünf. In der Team-Staffel war es die dritte Medaille in Serie. 2018 hatte es in dem vier Jahre davor eingeführten Bewerb Bronze gegeben, 2022 ebenfalls Silber.