Festnahme!

Korruptionsskandal um Ex-Ski-Boss: Millionen veruntreut

04.04.2026

Ein internationaler Skandal sorgt für Aufsehen im Wintersport und zieht immer weitere Kreise. Millionen sollen veruntreut worden sein. Ein Ex-Ski-Boss ist auf der Flucht und plötzlich führt eine Spur auch nach Österreich.
 

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Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der frühere kroatische Skirennläufer und langjährige Verbandschef Vedran Pavlek. Gegen ihn stehen schwere Vorwürfe im Raum, die den gesamten Skisport des Landes erschüttern.

Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass über Jahre hinweg Geld aus dem Verband abgezweigt worden sein soll.

Luxus statt Sport

Nach bisherigen Erkenntnissen sollen Verbandsgelder nicht für sportliche Zwecke verwendet worden sein. Stattdessen flossen sie offenbar in Luxusausgaben, darunter auch Schönheitsoperationen.

Zusätzlich sollen Verträge mit ausländischen Firmen abgeschlossen worden sein, obwohl die vereinbarten Leistungen nie erbracht wurden. Rechnungen für angebliche Dienstleistungen dienten laut Ermittlern dazu, Geld systematisch abzuziehen.

30 Millionen Euro veruntreut

Die Dimensionen des Falls sind enorm: Über einen Zeitraum von rund zwölf Jahren soll ein Schaden von mindestens 30 Millionen Euro entstanden sein. Ein Teil der Gelder soll laut Medienberichten auf ausländischen Konten gelandet sein, was den Fall zusätzlich brisant macht.

Netzwerk über mehrere Länder

Ermittler gehen davon aus, dass ein komplexes internationales Netzwerk aufgebaut wurde. Über Firmen in verschiedenen Ländern sollen Scheingeschäfte abgewickelt worden sein.
Dabei tauchen mehrere Staaten auf, darunter auch Österreich. Ebenso Liechtenstein, die Schweiz, Monaco, Ungarn und die Slowakei.

Besonders heikel: Auch ein inzwischen verstorbener österreichischer Unternehmer soll in die Vorgänge involviert gewesen sein.

Flucht und Festnahme

Während in Zagreb bereits über Untersuchungshaft entschieden wurde, setzte sich Pavlek ins Ausland ab. Doch lange blieb er nicht unentdeckt. In Istanbul wurde er schließlich festgenommen. Türkische Behörden stellten dabei sein Handy sowie persönliche Gegenstände sicher, die nun ausgewertet werden.

Die Ermittlungen gehen inzwischen weit über eine einzelne Person hinaus. Auch mehrere Mitarbeiter des Skiverbandes stehen im Fokus. Gegen vier von insgesamt sechs Beschuldigten wurde bereits Untersuchungshaft verhängt. Die Behörden begründen das mit Fluchtgefahr, möglicher Beeinflussung von Zeugen und dem Risiko weiterer Straftaten.

Die kroatische Anti-Korruptionsbehörde arbeitet nun an der weiteren Aufklärung, während gleichzeitig ein internationaler Haftbefehl vorbereitet wird, um eine rasche Auslieferung sicherzustellen.