Henin kann wieder lachen

02.02.2010

Es hat lange gedauert, bis Justine Henin das Lachen wieder gelernt hat. In ihrem Sport war sie die Nummer 1, doch als die Ehe zerbrach, kreisten ihre Gedanken nur noch um Tennis. Es war wie eine Flucht vor der Realität. "Ich musste Abstand gewinnen und wieder lernen, dass es ein Leben neben dem Tennis gibt", so die 27-Jährige in Melbourne bei ihrem 1. Grand-Slam-Turnier nach 20-monatiger Auszeit.

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Dass sie es geschafft hat, zeigte sich, als sie mit 4:6,6:3,2:6 gegen Titelverteidigerin Serena Williams im Finale der Australian Open verlor - und trotzdem lachen konnte. "Natürlich ist es enttäuschend, wenn man ein Major-Finale verliert, zumal auf diese Weise. Aber das alles kann die großartigen Eindrücke der letzten zwei Wochen nicht trüben", sagte die Belgierin. "Ich habe in den letzten Tagen viel gelernt und jeden Moment genossen", sagte die Wallonin.

Mit ihrer kämpferischen und beherzten Art hat sie sich in die Herzen der Zuschauer gespielt. "Es war sehr wichtig für mich zu merken, dass die Fans es freut, dass ich zurück bin. Jetzt weiß ich, es war die genau richtige Entscheidung", meinte Henin.

Viel hat nicht gefehlt und ihr wäre ein Comeback gelungen wie Kim Clijsters, die im Sommer 2009 nach langer Pause zurückkam und sofort die US Open gewann. Henin stand in Melbourne die starke Serena Williams im Weg, die nicht gewillt war, ihren fünften Melbourne-Sieg herzugeben. Als erster Spielerin seit Jennifer Capriati 2002 ist es der 28-Jährigen gelungen, den Titel bei den Australian Open zu verteidigen.

Wie Billie Jean King hat die jüngere der Williams-Schwestern nun zwölf Grand-Slam-Siege. "Es ist toll, mit ihr auf einer Stufe zu stehen", sagte Serena Williams, die in Melbourne Steffi Graf überholt hat, die wie Monica Seles und Evonne Goolagong Cawley viermal gewonnen hatte. Zur Feier des Tages wolle sie sich einen Film anschauen mit Schwester Venus, mit der sie den Doppel-Titel geholt hat, sagte die mit mehr als 30 Millionen Dollar Preisgeld reichste Tennisspielerin.

Dass sie erstaunt gewesen sei, wie stark Justine Henin schon wieder sei, wollte sie aber schnell noch sagen. "Als sie aufhörte, war sie schon exzellent. Aber jetzt kann sie noch mehr. Schon am Jahresende kann sie wieder ganz oben stehen", meinte die aktuelle Nummer 1.

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