Duell der Giganten
Ösi-Duo beim Giro! Gall & Mühlberger jagen das Rosa Trikot
06.05.2026Österreichs Rad-Star Felix Gall startet am Freitag mit einer Kampfansage in den Giro d'Italia. Der Osttiroler fühlt sich fitter als je zuvor und peilt erstmals in seiner Karriere das Podium an.
Der Giro d'Italia startet am Freitag (13:00 Uhr/live Eurosport, ORF ON) im bulgarischen Nessebar. Für Felix Gall beginnt damit die Mission Grand-Tour-Podium. Der 28-jährige Osttiroler, der im Vorjahr bei der Tour de France sensationell Fünfter wurde, hat sich in drei Höhentrainingslagern akribisch vorbereitet. "Ich habe die Angst verloren, hart zu trainieren", erklärte Gall am Mittwoch im Video-Call. Er sieht sich bereit für die 3.459 Kilometer und rund 50.000 Höhenmeter bis zum Ziel in Rom am 31. Mai.
Unterstützung durch Kumpel Mühlberger
Besonders motiviert ist Gall durch die Unterstützung von Landsmann Gregor Mühlberger. Der 32-jährige Niederösterreicher fungiert bei Decathlon als Edelhelfer und ist mittlerweile ein enger Freund des Kapitäns. "Wir trainieren regelmäßig zusammen in Salzburg und sind auch Zimmerkollegen", so Gall. Neben dem rot-weiß-roten Duo ist mit dem 26-jährigen Tobias Bayer (Alpecin) ein dritter Österreicher im Feld vertreten, der das Peloton über die acht Flach- und fünf Hochgebirgsetappen begleiten wird.
Vingegaard als der große Gejagte
Top-Favorit auf das Rosa Trikot ist der Däne Jonas Vingegaard. Der zweifache Tour-Sieger peilt bei seinem Giro-Debüt direkt das Double an – ein Kunststück, das zuletzt Tadej Pogacar gelang. Gall erwartet hinter Vingegaard einen harten Kampf um die restlichen Podestplätze und nennt Namen wie Jai Hindley oder Egan Bernal als direkte Konkurrenten. Den Aufstieg seines jungen Teamkollegen Paul Seixas (19) sieht Gall derweil sportlich: "Extrem beeindruckend, was er zeigt."
Königsetappe in den Dolomiten
Die Entscheidung um den Gesamtsieg wird wohl erst spät fallen. Die 19. Etappe führt durch die Dolomiten und markiert mit dem Passo Giau auf 2.236 Metern den höchsten Punkt des diesjährigen Giro. Bevor das Finale in Rom steigt, müssen die Profis am vorletzten Tag gleich zweimal hinauf ins Skigebiet Piancavallo. Für Gall ist die Marschroute klar: Die Gesamtwertung hat Priorität vor einem Etappensieg. Wenn alles zusammenpasst, ist das Treppchen für den Osttiroler in diesem Jahr absolut machbar.