Russische Medien:

Olympia-Sperre für Russlands Leichtathleten

17.06.2016

Die Suspendierung des russischen Leichtathletik-Verbandes bleibt aufrecht.

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Russlands Leichtathleten haben bis auf weiteres ausgetanzt, die Sportwelt erlebt ihr erwartetes Erdbeben. Der wegen eines Doping- und Korruptionsskandals suspendierte russische Verband bleibt gesperrt, damit ist für die Athleten keine Olympia-Teilnahme an den Spielen im August in Rio de Janeiro möglich. Die einstimmige Entscheidung fiel am Freitag im Ballroom "Quadrille" des Wiener Grand Hotel.

Vladimir Putin äußerte sich bereits: "Was völlig sicher ist, ich möchte das unterstreichen: Es hat in Russland keine Unterstützung für Verstöße im Sport - und vor allem nicht im Bereich Doping - gegeben, und es wird sie auch nicht geben."

Anti-Doping-Kampf
Das Council des IAAF tagte am Freitag in Wien und stützte seine Entscheidungsfindung auf einen jüngsten Ermittlungsbericht der in Russland eingesetzten Task Force unter der Leitung des Norwegers Rune Andersen. Sie hat die Reformtätigkeiten der Russen im Anti-Doping-Kampf seit der Suspendierung am 13. November 2015 beobachtet.

Start einzelner Athleten möglich
Wie der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) erklärte, sei allerdings ein Start einzelner Athleten unter neutraler Flagge möglich. Über diesen Kompromiss wollen IAAF und das Internationale Olympische Komitee am kommenden Dienstag auf dem IOC-Summit in Lausanne beraten. Einzelne Sportler dürfen eine Teilnahme beantragen, wenn sie überzeugend darstellen könnten, dass sie vom russischen Doping-System nicht "befleckt" seien, erklärte Andersen.

Butow verließ den Raum
Das russische Council-Mitglied Michail Butow stimmte nicht mit, sondern verließ den Raum. Damit gaben 24 der 27 Council-Mitglieder (einer gesperrt, einer verhindert) ihre Stimme ab. Die Entscheidung fiel einstimmig. In einer Pressekonferenz vor 137 zugelassenen Medienvertretern verkündete IAAF-Präsident Sebastian Coe die Entscheidung: "Es hat Fortschritte gegeben, aber nicht genug", erklärte der Brite und betonte, dass Politik keine Rolle gespielt habe. "Es ist eine machtvolle Botschaft."

Stabhochsprung-Olympiasiegerin und -Weltrekordlerin Jelena Isinbajewa kündigte bereits an, gegen die IAAF-Entscheidung vor Gericht ziehen zu wollen. "Das ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Dazu werde ich nicht schweigen", zitierte die russische Nachrichtenagentur Tass die 34-Jährige.

Sanktion
2012 in London waren von rund 440 russischen Sportlern ein Viertel Leichtathleten gewesen. Noch nie zuvor blieb es einer so großen Anzahl an Sportlern eines Landes in einer olympischen Kernsportart verwehrt, aufgrund einer Sanktionierung an Spielen teilzunehmen. Russlands Verband bleibt noch der Weg vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS). Dass dies wenig Erfolg verspricht, haben die bulgarischen Gewichtheber miterlebt. Sie wurden vom Weltverband IWF wegen zahlreicher Doping-Fälle von Olympia verbannt, das CAS bestätigte diese Entscheidung.

Konsequenzen
"Obwohl man schon am Abgrund steht, ist keinerlei Selbsterkenntnis zu sehen, dass man sich sagt, so kann es nicht weitergehen. Es braucht Konsequenzen", forderte Michael Cepic, der Chef der Nationalen Anti-Doping-Agentur Österreichs, nach dem jüngsten Statistikbericht der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA.

Die Forderung nach einem rigorosen Vorgehen gegen Russland war groß gewesen. "Wir würden eine strikte Lösung durchaus begrüßen", hatte Österreichs Leichtathletik-Verbandschef Ralph Vallon im Vorfeld gesagt und die mögliche Wettbewerbsverzerrung angesprochen.

Der dem Council vorsitzende Coe hat über Russland gerichtet, aber auch er steht im Kreuzfeuer.

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