American Football

Saints holen ersten Super Bowl-Titel

08.02.2010

Underdogs feiern 31:17-Sieg über Favorit Indianapolis Colts.

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Die New Orleans Saints haben Mardi Gras nach Miami verlegt. Erstmals in ihrer 43-jährigen Club-Geschichte holten die "Heiligen" aus Louisiana die begehrteste Mannschaftstrophäe im US-Sport an den Mississippi. Mit einem 31:17-Erfolg gegen die Indianapolis Colts in der Super Bowl XLIV sorgte das Team um Quarterback Drew Brees am Sonntagabend für einen Sieg des Außenseiters.

Entscheidung kurz vor dem Ende
Die Entscheidung vor 75.000 Zuschauern im LandShark Stadium von Miami fiel etwas mehr als drei Minuten vor dem Ende, als Indianapolis' Quarterback Peyton Manning ein Fehlpass unterlief und Saints-Cornerback Tracy Porter den Ball 74 Yards zum 30:17 in die gegnerische Endzone trug. Nach zwei Vierteln hatten die Colts, die als bestes Team der regulären Saison ins Endspiel der National Football League (NFL) gegangen waren, noch 10:6 geführt.

Kitschig wie in Hollywood
Es wäre nicht Amerika, würde der Triumph der Saints keine sentimentale Note tragen. Landesweit gilt der Erfolgslauf des Teams als Symbol für den Wiederaufbau von New Orleans, nachdem der Hurrikan "Katrina" Ende August 2005 die Stadt verwüstet und die anschließende Flut 80 Prozent unter Wasser gesetzt hatte. "Wir wussten, dass wir eine ganze Stadt, vielleicht eine ganzes Land hinter uns haben. Es war Schicksal", meinte Quarterback Brees, der nach der Partie zum "MVP" (wertvollsten Spieler) gewählt wurde.

Duell der Quarterbacks
Im Duell mit seinem Gegenüber Manning brachte der 31-Jährige 32 von 39 Pässe für 288 Yards und zwei Touchdowns an den Mann. Der in New Orleans geborene Manning zeigte ebenfalls eine mehr als solide Leistung, in Erinnerung bleiben wird jedoch die folgenschwere Interception. "Das war ein Spielzug, den wir oft benutzen, Porter hat großartig reagiert. Sicherlich ist das enttäuschend", meinte der beste Passgeber der Liga über die entscheidende Szene.

Indianapolis verpasste damit den zweiten Titel nach 2007. Dabei hatte es für die Colts mit einer 10:0-Führung noch perfekt begonnen. Im Spiel hielt den neuen Champion danach vor allem Kicker Garrett Hartley, der drei Field Goals aus über 40 Yards Entfernung verbuchte.

From Zero to Hero
Die Saints erlebten mit dem erstmaligen Gewinn der Super Bowl ihre endgültige Transformation vom Verlierer- zum Siegerteam. Der Aufstieg zum Champion ist dabei eng mit dem Namen Brees verbunden. Der Texaner war 2006 nach als "free agent" gemeinsam mit Coach Sean Payton nach New Orleans gekommen. Damals waren die Saints das zweitschlechteste Team der Liga - spätestens seit Sonntag sind sie der Stolz der ganzen Region.

Angeführt von Brees entwickelten sich die Mannschaft aus der Südstaaten-Metropole zu einem echten Titelanwärter und nach den Verwüstungen von vor fünf Jahren sentimentalen Favoriten. "Nach New Orleans zu kommen und diese Chance zu bekommen war wie eine Berufung. Wir haben nicht nur ein Team aufgebaut, sondern eine ganze Stadt, eine ganze Region", erklärte Brees. "Die Menschen haben uns die Kraft gegeben, das was wir heute geschafft haben, zu erreichen."

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