Trotz Traumstart
Faden riss nach 2:0: Tagger schrammt an Rom-Coup vorbei
06.05.2026Was für ein Krimi im Foro Italico! Österreichs Tennis-Hoffnung Lilli Tagger schnupperte am Mittwoch am ganz großen Sieg, musste sich Maria Sakkari aber nach einem dramatischen Matchverlauf geschlagen geben.
Lilli Tagger hat den Einzug in die zweite Runde von Rom verpasst. Die 18-jährige Osttirolerin, die als Lucky Loser erst in letzter Sekunde ins Hauptfeld gerutscht war, unterlag der Griechin Maria Sakkari (WTA-41.) am Mittwoch nach 2:21 Stunden mit 7:5, 3:6, 0:6. Dabei sah es lange nach einer Sensation aus: Tagger führte bereits mit 7:5, 2:0 und hatte die Chance zum Doppelbreak. Vor den Augen ihrer Trainerin Francesca Schiavone riss dann jedoch komplett der Faden.
Lernen von den Großen
"Ich bin in einem schwierigen Moment fast ein bisserl weggerannt", gab die Weltranglisten-91. nach der Partie offen zu. Trotz der Enttäuschung nimmt die Lienzerin viel Positives mit. Nach ihrer Quali-Niederlage gegen Alina Kornejewa hatte Schiavone sofort ein Extra-Training angesetzt, um an der Vorhand und der Bespannung zu feilen. Die Arbeit trug Früchte: Tagger präsentierte sich deutlich stärker als noch beim glatten 5:7, 0:6 in Indian Wells gegen die kampfstarke Griechin.
Italienische Mentalität liegt ihr
Im Foro Italico fühlt sich die Österreicherin pudelwohl, nicht zuletzt, weil sie fließend Italienisch spricht. "Mir taugt's hier", so Tagger, die den Trubel auf der großen Bühne sichtlich genießt: "Ich merke, dass es wirklich das ist, was ich will." Während Tagger nun über einen Start in Straßburg (17. bis 23. Mai) nachdenkt, wurde das Match ihrer Kollegin Anastasia Potapova bei 1:1 im dritten Satz wegen Regens unterbrochen. Sinja Kraus wartet ebenfalls noch auf ihren Einsatz.
Fokus auf die French Open
Für Tagger geht der Blick nun Richtung Paris. Ab dem 24. Mai schlägt sie bei den French Open auf, wo sie im Vorjahr als erste Österreicherin den Juniorinnen-Titel holte. Abseits des Platzes bleibt die 18-Jährige bodenständig: Ein Instagram-Profil sucht man bei ihr vergeblich. "Ich bin so aufgewachsen, dass man nicht alles im öffentlichen Leben zeigt", erklärt der Schützling von Sinner-Manager Alex Vittur. Der Fokus liegt ganz klar auf dem gelben Filzball – und der nächsten großen Bühne.