Nationalteam

Vanek "gekommen, um zu helfen"

22.04.2009

Noch vor dem ersten Teamtraining sprach Superstar Vanek über seine Ziele für die WM.

Zur Vollversion des Artikels
© GEPA
Zur Vollversion des Artikels

Etwas geschlaucht nach der langen Anreise aus Minnesota ist Thomas Vanek am Dienstagabend in Zürich aus dem Flieger gestiegen. Der 25-jährige Steirer ist nicht nur großer Hoffnungsträger der österreichischen Nationalmannschaft bei der am Freitag beginnenden Eishockey-WM in Bern und Kloten, sondern auch einer der Stars der gesamten WM. Doch für Vanek zählt nur der Teamgedanke. "Ich bin gekommen, um auszuhelfen. Ich werde nicht jede Partie drei, vier Tore schießen, das ist ein Mannschaftssport", betonte der Stürmer der Buffalo Sabres, im Grunddurchgang fünftbester Torschütze der NHL.

Dritte WM-Teilnahme
Vanek spielt zum dritten Mal bei einer WM für Österreich, bisher waren seine Teilnahmen eine Erfolgsgeschichte. Bei der WM 2004 in Prag war er als 20-jähriger College-Spieler dabei und wurde nach einer sensationellen Gruppenphase (6:0 gegen Frankreich, 2:2 gegen Kanada und 4:4 gegen die Schweiz) mit zwei Toren und fünf Assists bester Scorer der Österreicher. Im Vorjahr hatte er bei der B-WM in Innsbruck mit fünf Toren und fünf Assists maßgeblichen Anteil, dass das ÖEHV-Team den sofortigen Wiederaufstieg unter die 16 besten Nationen schaffte und nun in der Schweiz dabei ist.

An WM in Prag orientieren
"Prag ist eine gute Erinnerung, da hätten wir sogar mehr erreichen können. Wenn wir heuer das gleiche schaffen würden, wäre das ein super Erfolg. Aber wir müssen von Spiel zu Spiel denken, schauen, wie die Mannschaft ist und spielt. Wir brauchen zumindest einen Sieg in der Vorrunde", erklärte Vanek.

Klassenerhalt oberstes Ziel
Österreichs Sportler des Jahres 2007 ist aber Realist. In der Gruppe C gegen Schweden (Samstag, 20.15), USA (Montag, 16.15) und Lettland (Mittwoch, 16.15) ist Österreich als Aufsteiger nur Außenseiter. "Erstes Ziel ist der Klassenerhalt. Hoffentlich schaffen wir das, alles andere ist ein Bonus. Wir müssen realistisch sein, gegen Schweden und USA wird es schwer, da müssen wir uns nichts vormachen. Die Partie, in der wir siegen müssen, ist die letzte Partie gegen Lettland", erklärte er.

Leitwolf
Vanek, der wegen seines im Februar erlittenen Kieferbruchs mit einem Spezialschutz spielen wird, ist aber nicht nur als Torjäger, vielmehr als Leitfigur der jungen Mannschaft mit acht WM-Debütanten im erweiterten 25-Mann-Kader willkommen. In dieser Rolle sieht er sich auch. "Ich will eine Führungsrolle einnehmen und den vielen jungen Spielern helfen", sagte er. Seine Kollegen traf er im Training erstmals am Mittwochnachmittag, da begann für ihn auch die Gewöhnung an die größere europäische Eisfläche.

"Es wird ein paar Trainings dauern, bis ich es gewöhnt bin. Aber es hilft sicher, dass ich im Vorjahr dabei war", so Vanek, der bei der WM auf einige Clubkollegen trifft. So ist sein Buffalo-Trainer Lindy Ruff Teamchef von Kanada, mit Derek Roy (Kanada) und Drew Stafford (USA) sind auch die zwei Stürmer dabei, die bei den Sabres mit Vanek häufig eine Sturmreihe bilden. Auf Wetten gegen seine Kollegen aus den Top-Ländern hat er sich nicht eingelassen, aber "hoffentlich können wir einige überraschen."

Teamkollegen beeindruckt
Freude über die Verstärkung aus Amerika herrscht natürlich im ganzen ÖEHV-Lager. "Thomas ist ein riesiges Vorbild, egal für wen. Jeder kann stolz sein, dass wir so einen Spieler haben und dass er kommt, auch nach so einer langen Saison mit der Verletzung. Wenn wir gegen andere Nationen spielen, sind wir normalerweise die No-Names. Jetzt sagt jeder, wir müssen auf den 26-er aufpassen, der ist brutal gut, das ist ein Top-Star auch in der NHL. Er zieht Aufmerksamkeit auch auf Österreich", meinte Torhüter Bernd Brückler, selbst lange Jahre in Amerika aktiv.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel