Abfahrt abgesagt

Gesamt-Weltcup: Hirscher fast schon durch

12.03.2013

Svindal erobert Abfahrtskugel Hirscher vor Sieg im Gesamtweltcup.

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Aksel Lund Svindal hat erstmals in seiner Karriere den Abfahrtsweltcup gewonnen. Der Norweger hatte vor dem letzten für Mittwoch in Lenzerheide angesetzten Rennen 58 Punkten Vorsprung auf den steirischen Titelverteidiger Klaus Kröll, 61 auf Dominik Paris und 69 auf Christof Innerhofer (beide Italien). Wegen dichten Nebels ging der finale Showdown nicht in Szene, weshalb der 30-Jährige die Trophäe ohne neuerlichen Arbeitseinsatz in Empfang nehmen durfte.

Hirscher hat beste Karten auf Gesamsieg
Hingegen verringerten sich Svindals Chancen auf den Gewinn des Gesamtweltcups. Er hat damit drei Rennen vor Schluss unverändert 149 Zähler Rückstand auf den Salzburger Marcel Hirscher. Weiter geht es für beide am Donnerstag mit dem Super-G. Am Programm für die Finalwoche gibt es übrigens nichts zu rütteln, findet ein Bewerb nicht am angesetzten Tag statt, wird er ersatzlos gestrichen.

Kröll mit Saison zufrieden
Auch wenn ihm der letzte Angriff auf die erfolgreiche Titelverteidigung nicht gegönnt war, war Kröll hoch zufrieden mit dem zweiten Platz in der Wertung: "Das hätte ich mir vor der Saison nicht wirklich gedacht. Das ist eine gute Leistung. Sicher hätte es ab und zu ein bisserl besser gehen können, aber es so ist es im Sport", sagte der 32-Jährige, der sich im April 2012 bei einem Motorrad-Unfall einen komplizierten Fußwurzelbruch zugezogen und eine verkürzte Vorbereitungszeit hatte.

"Würdiger Sieger"
Chance auf ein Rennen hat er keine gesehen. "Der Nebel war in der Früh schon da. Es war ein kurzes Fenster von einer halben, dreiviertel Stunde, aber das war zu kurz. Und dann ist es immer schlimmer geworden." Die Trophäe für Svindal geht für ihn sehr in Ordnung: "Er ist ein würdiger Sieger. Er ist Weltmeister und hat auch Weltcup-Abfahrten gewonnen. Meinen zweiten Platz werte ich wegen meiner Vorgeschichte im Sommer sehr hoch. Ich hatte eine konstante Saison. Ich bin sehr zufrieden, darauf kann ich nächste Saison aufbauen."

Norweger durchbricht Abfahrtsdominanz
Für Svindal ist es die siebente kleine Kristallkugel seiner Karriere. Der Modellathlet, der 2007 und 2009 den Gesamtweltcup gewonnen hat, holte zuvor vier Disziplinwertungen im Super-G (auch in dieser Saison), eine im Riesentorlauf und eine in der Kombination. Svindal beendete übrigens die Regentschaft von Österreich und der Schweiz, die nach dem Erfolg von Lasse Kjus (NOR/1999) die Abfahrtskugel immer unter sich ausgemacht hatten.

Pum bedauert Absage
"Eine Absage ist natürlich immer schade. Und natürlich will man jede Chance auf eine Kugel nützen. Es ist aber nicht nur deshalb schade, sondern weil unseren Athleten diese technische Abfahrt gelegen wäre und es auch noch um wichtige Punkte in den Startlisten für das nächste Jahr gegangen wäre. Die Piste war in einem Superzustand, leider hing im unteren Teil der Nebel drinnen", sagte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum. Im einzigen Training am Dienstag waren mit Hannes Reichelt, Matthias Mayer und Max Franz drei Österreicher voran gelegen.

Hirscher fährt Super G
Am Programm Hirschers ändert die Abfahrts-Absage nichts. "Der Plan ist, dass er im Super-G antritt. Das kann ihm sehr gut liegen da herunter", sagte Pum. Hirscher bestätigte: "Ich habe nicht darüber nachgedacht, dass ich wieder umdrehe und mir den Super-G zu Hause anschaue. Es ist ja nicht so, dass ich den hier nur wegen des Weltcups fahre. Es geht auch darum, wieder die Speed-Ski auszuprobieren."

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