Slalom-Spektakel

Hirscher triumphiert in Zagreb

04.01.2012

ÖSV-Slalom-Star siegt vor dem Deutschen Felix Neureuther.

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Nach zuletzt drei sieglosen Antreten haben Österreichs Skiherren den Bärenberg in Kroatien zurückerobert. Marcel Hirscher verteidigte am Donnerstagabend bei schwierigen Verhältnissen dank "Freerider"-Qualitäten seine Halbzeitführung und setzte sich vor dem Deutschen Felix Neureuther (0,29 Sek. zurück) und dem Kroaten Ivica Kostelic (0,48) durch. Für Hirscher war es der dritte Saisonsieg sowie der sechste Erfolg im Weltcup überhaupt, er übernahm wieder die Führung im Gesamtweltcup.

Im ersten Duchgang auf weicher Piste ein absolutes Startnummernrennen, waren die Verhältnisse im Finallauf eine Spur besser. Hirscher hielt dem Sturmlauf der Konkurrenz stand. Ivica Kostelic musste sich am 30. Geburtstag seiner Schwester Janica vor den Augen des kroatischen Präsidenten Ivo Josipovic, Premierminister Zoran Milanovic und 18.000 Zuschauern nach drei zweiten Plätzen dieses Mal mit Rang drei begnügen.

Der 22-jährige Hischer setzte eine große Attacke - und die machte sich bezahlt. "Es war ganz schön heftig zu fahren und am Limit zum Ausfallen. Aber das Risiko hat sich gelohnt. Ich gehe gerne Geländefahren und Tiefschneefahren, von dem her kommt mir das schon ein bisschen zu Gute", sagte der Salzburger, der das Rennen mag. "Es ist eine große Party, ich bin aber leider nie gut gefahren, das passt jetzt auch. Mir war klar, dass ich Vollgas geben muss", meinte Hirscher, der als Letzter am Start um die guten Leistungen von Kostelic und Neureuther wusste.

Im Gesamtweltcup hat Hirscher als Erster 525 Punkte auf dem Konto, der Norweger Aksel Lund Svindal folgt mit 456. Im Slalom ist Hirscher (260) hinter Kostelic (305) Zweiter. "Ich wollte heute gewinnen, auch die Pistenverhältnisse waren gut für mich. Aber heuer ist es schwer, ganz oben zu sein. Es gibt drei, vier schnelle Läufer, die immer vorne sind. Zum Gewinnen muss man diese Leute schlagen", sagte Kostelic. Den Druck beim Heim-Event verglich er mit einem Schladming-Rennen mit nur einem Österreicher am Start. Der zweitplatzierte Neureuther kam nicht ohne Fehler ins Ziel: "Es waren viele Löcher drinnen, da hat man lockere Haxn gebraucht. Marcel ist ein verdienter Sieger."

ÖSV-Stars nicht an der Spitze
Hirschers Coolness verhinderte ein ÖSV-Debakel. Mario Matt schied nach dem siebenten Halbzeitrang im Finale aus. Er hatte schon nach dem ersten Lauf gehadert: "Es ist brutal weich, ein paar Mal bin ich direkt eingebrochen. Nach Nummer drei hattest du nicht mehr viele Chancen. Es ist schon komisch, wir haben jetzt auch zwei Tage bei solchen Bedingungen trainiert, die Piste gespritzt und gesalzen, und bei uns ging es gut."

Manfred Pranger (Halbzeit-13.) und Benjamin Raich (14.) fielen im zweiten Durchgang noch weiter zurück, belegten ex aequo Rang 19. Raich sah "keine Chance" bei diesen Bedingungen, er erreichte aber die beste Platzierung in dieser Disziplin seit dem Comeback nach seinem Kreuzbandriss im Februar. "Es ist, wenn du nicht ganz vorne fährst, nicht so viel drinnen. So schlecht habe ich meine Fahrt nicht gefunden, aber die Zeit stimmt einfach nicht", erklärte der Pitztaler.

Beim den Damen-Rennen am Dienstag hatte die mit Salz behandelte Piste erstaunlich gut gehalten, bei den Herren brach sie im ersten Durchgang allerdings bereits mit Startnummer eins. Die Top-Vier nach dem ersten Durchgang hatten auch die Startnummer eins bis vier, ein Gewaltlauf gelang nur dem US-Amerikaner Ted Ligety, der mit 17 auf Rang sechs brauste.

"Er muss abnormal gefahren sein. Mit einer Startnummer unter fünf hat er Bestzeit", glaubte Reinfried Herbst, der nach Platz 15 im ersten Lauf versuchte, "das Beste daraus zu machen". Am Ende wurde es nach einem schweren Patzer im Finale unmittelbar hinter Christoph Dreier der enttäuschende 27. Rang. Ligety fiel auf 14 zurück.

Nicht ins Finale geschafft hatten es von den Österreichern Patrick Bechter (51.) und Marc Digruber (54.) sowie Rainer Schönfelder und Wofgang Hörl (beide ausgeschieden). Der Herren-Weltcup-Tross übersiedelt für Technikrennen nun nach Adelboden.

 

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