Anklage wegen Falschaussage

Neuer Ärger für Walter Mayer

07.05.2013

Ex-ÖSV-Trainer soll bei Doping-Prozessen falsche Angaben gemacht haben.

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Der rechtskräftig verurteilte Ex-ÖSV-Trainer Walter Mayer muss sich am 16. Mai im Landesgericht Leoben wegen Verleumdung verantworten. Der 56-Jährige soll in Zusammenhang mit diversen Doping-Verfahren das Verbrechen der Verleumdung begangen haben, so Gerichtssprecherin Sabine Anzenberger. Es geht dabei um die Angaben im Verfahren gegen den Ex-Langläufer Michael Botwinow, der seinerseits wegen Falschaussage verurteilt worden ist.

Verstoß gegen Anti-Doping-Gesetz

Eine Falschaussage im Prozess um eine Falschaussage - was am 16. Mai im Landesgericht Leoben zu klären sein wird, ist ein wenig skurril und hat mit einer konkreten Tat nur mehr am Rande zu tun. Zunächst wurde gegen den früheren ÖSV-Erfolgstrainer Walter Mayer wegen Dopingverdachts ermittelt. Mayer wurde schließlich im August 2011 verurteilt und für schuldig befunden, mehrfach gegen das Anti-Doping- und Arzneimittel-Gesetz verstoßen zu haben. Das Wiener Oberlandesgericht bestätigte im April den Schuldspruch und setzte die 15 Monate Freiheitsstrafe zur Gänze bedingt aus.

Im September 2011 stand einer seiner "Schützlinge", der ehemalige Langlauf-Profi Michael Botwinow, in Leoben vor Gericht. Ihm wurde vorgeworfen, bei der Befragung im Fall Mayer zu angeblichen Blutabnahmen gelogen zu haben. Botwinow wurde ebenfalls für schuldig befunden und zu vier Monaten bedingter Haft wegen Falschaussage verurteilt.

Falschaussage im Botwinow-Prozess?
Nun steht wiederum der kürzlich in Litauen als Biathlontrainer engagierte Mayer vor Gericht, und dabei geht es auch um seine Angaben im Prozess gegen Botwinow. Der Prozess wurde zunächst für einen Tag, am 16. Mai um 10.00 Uhr, anberaumt. Er soll klären, wer wann die Wahrheit gesagt oder gelogen hat.

Mayer soll im Schumacher-Prozess aussage
Der wegen Doping-Vergehen verurteilte ehemalige ÖSV-Trainer Walter Mayer soll im Betrugsprozess gegen den deutschen Radprofi Stefan Schumacher als Zeuge aussagen. Einen entsprechenden Beweisantrag stellte Schumachers Verteidigung am Dienstag. Der Salzburger soll sich zu einem Besuch bei Gerolsteiner-Fahrern während der Tour de Suisse äußern.

Zudem möchte die Verteidigung den ehemaligen Manager von Doping-Sünder Bernhard Kohl, Stefan Matschiner, und den ehemaligen Gerolsteiner-Fahrer David Kopp vorladen lassen. "Matschiner wird sicherlich kommen, bei Walter Mayer weiß ich es nicht", sagte Anwalt Michael Lehner.

Schumacher wird vorgeworfen, seinen ehemaligen Teamchef Hans-Michael Holczer um ein Gehalt von mehr als 150.000 Euro betrogen zu haben. Er habe Doping trotz Nachfrage abgestritten. Im Nachhinein war er positiv getestet und gesperrt worden. Schumacher hat Doping vor Prozessbeginn in Interviews gestanden und vertritt den Standpunkt, Holczer sei nicht betrogen worden. Er habe von Doping bei Gerolsteiner gewusst und es geduldet. Der für diesen Freitag geplante Verhandlungstag entfällt. Der Prozess wird am 17. Mai fortgesetzt.

 


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