Pleite vor Olympia
Brennsteiner: "Wird schwierig, so etwas zu vergessen"
28.01.2026Ausgerechnet in den letzten beiden von sieben Weltcup-Riesentorläufen vor Olympia hat Österreichs Alpinski-Männerteam seine schlechtesten Saison-Ergebnisse eingefahren.
Wie in Adelboden am 10. Jänner war am Dienstagabend in Schladming der achte der beste ÖSV-Rang - in der Schweiz durch Raphael Haaser, beim Nightrace durch Marco Schwarz. Motivationsschub war das nach Halbzeitrang vier aber auch für den Kärntner nicht, dafür beeindruckte Loic Meillard wie schon 2023 als Sieger.
Der Schweizer fuhr auf der eisigen Piste wie auf Schienen zum Sieg. Halbzeit-Leader Lucas Pinheiro Braathen rettete 0,73 Sek. dahinter Rang zwei und ist nun zwei Riesentorläufe vor der Kugelvergabe wie gesamt erster Verfolger von Marco Odermatt. Während der nach den Speed-Wochen von Wengen und Kitzbühel die Umstellung auf den bei den extremen Verhältnissen nötigen kurzen Kantendruck nicht ganz hinbekam, aber trotz eines schweren Schnitzers Vierter wurde, ließ Stefan Brennsteiner die Kugelchance und vielleicht auch sein Selbstverständnis auf der Planai liegen.
Brennsteiner: "Wird schwierig, so etwas zu vergessen"
"Es wird schwierig werden, so etwas zu vergessen", sagte der im Disziplin-Weltcup auch noch hinter Meillard nur noch viertplatzierte Salzburger im Wissen, dass er am 14. Februar in Bormio mit dem Adelboden-Ausfall und Rang 15 vom Heimrennen als seine jüngsten Ergebnisse in die Medaillenjagd gehen wird. Schladming war für den Riesentorlauf-Spezialisten sein schlechtestes Abschneiden seit zwei Jahren - ebenfalls in Schladming -, sofern er das Ziel erreicht hat. Vor Adelboden hatte der 34-Jährige zehn Top-6-Platzierungen in Folge angeschrieben.
Den überaus glatten Verhältnissen freilich wollte Brennsteiner wie seine Teamkollegen nicht die Schuld am Abschneiden geben. Klar sei aber, dass er auf anderen Bedingungen viel besser Skifahren könne. "Ich hoffe, dass sie nicht noch einmal so ein Eis hinlegen. Trotzdem ärgert es mich, dass ich es nicht hingebracht habe. Es ist nie einfach gegangen, es war ein Kampf von oben bis unten", sagte der Sieger von Copper Mountain. "Ich muss schleunigst versuchen, dass ich wieder besser skifahre. So ist es einfach viel zu wenig", meinte der Pinzgauer angesichts von 2,72 Sek. Rückstand.
Den Kampf um das rote Trikot des Disziplin-Führenden, mit dem er noch in Adelboden gefahren war, gab Brennsteiner bei einem Defizit von 129 Zählern verloren. Und auch Schwarz fand wenig Positives, auch wenn er immerhin sein erstes Top-15-Ergebnis im neuen Jahr verbucht hat. Nach Lauf eins war das aber nicht sein Anspruch: "Die Enttäuschung ist deutlich größer als die Freude über den Top-Ten-Platz." Vorerst galt sein Fokus dem Slalom-Nightrace, dann gehe es für ein, zwei Tage heim. "Ich werde ein Training auf normaler Piste einlegen, das hat mir immer gut getan."
Feurstein-Duell um Olympia-Startplatz wohl entschieden
Raphael Haaser wiederum war als 22. mit 4,08 Sek. Rückstand meilenweit von seinem ersten Weltcup-Podestplatz in seiner Weltmeister-Disziplin entfernt. "Ich bin von oben bis unten nicht ins Fahren gekommen. Dann habe ich in den Zielhang hinein einen massiven Bock geschossen. Es war wirklich einfach zum Vergessen", erklärte der Tiroler. Die Speed-Rennen am Wochenende in Crans-Montana wolle er wie angekündigt auslassen. "Dann hoffentlich noch den einen oder anderen guten Trainingstag haben und mit Selbstvertrauen nach Bormio fahren."
Rot-weiß-rote Klarheit dürfte das von knapp 15.000 Zuschauern verfolgte Ski-Spektakel für die Olympia-Aufstellung gebracht haben, da Lukas Feurstein seine letzte Chance früh im ersten Lauf liegenließ. Cousin Patrick Feurstein war mit Rang 16 auch nicht glücklich, mit der Verbesserung im zweiten Lauf um neun Plätze - nur der sechstplatzierte Belgier Sam Maes schaffte einen größeren Sprung - aber doch einigermaßen. "Ich habe da viel mehr Intensität in das Skifahren legen können, viel mehr das Limit gesucht. Aber der Rückstand nach Lauf eins war einfach viel zu groß."
War Manuel Feller in seinem letzten Karriere-Riesentorlauf als 44. am zweiten Lauf klar vorbeigefahren, präsentierte sich aus dem rot-weiß-roten Lager nur Joshua Sturm uneingeschränkt zufrieden. Nach Rang 14 in Adelboden markierte er als Zwölfter erneut sein bestes Weltcup-Ergebnis, das wieder als zweitbester seines Teams. Die Spiele finden allerdings ohne ihn statt. "Für Olympia bin ich zu spät dran, aber ich hoffe, dass meine Zeit noch kommt." Die von Alban Elezi Cannaferina ist schon da, der Franzose komplettierte mit Nummer 25 0,90 Sek. zurück sensationell das Podest.