Skispringen
Tschofenig bei nächstem Prevc-Sieg in Sapporo Dritter
18.01.2026Kraft wegen nicht regelkonformen Anzuges disqualifiziert
Sapporo. Domen Prevc bleibt der Dominator im Skisprung-Weltcup. Der 26-jährige Slowene siegte am Sonntag auch im zweiten Springen von Sapporo und hat neun der 13 Einzelkonkurrenzen seit Anfang Dezember gewonnen. Der Kärntner Daniel Tschofenig landete hinter Lokalmatador und Olympiasieger Ryoyu Kobayashi auf Rang drei. Unmittelbar dahinter folgten seine Teamkollegen Manuel Fettner und Jan Hörl. Stefan Kraft durfte wegen eines in der Quali nicht regelkonformen Anzugs nicht antreten.
Tschofenig kehrte knapp zwei Wochen nach seinem Sieg in Bischofshofen auf das Podest zurück. Mit einem Satz auf 138,5 Meter, gemeinsam mit Kobayashi der weiteste im Bewerb, schob er sich im zweiten Sprung noch am zur Halbzeit drittplatzierten Fettner vorbei. Am Ende fehlten dem 23-Jährigen 11,9 Punkte auf Prevc (137,5 und 136,5 m), der schon nach dem ersten Durchgang geführt hatte.
"Der erste Sprung ist schon ganz gut gewesen, im zweiten habe ich dann noch einen draufgelegt", sagte Tschofenig, der von einem "sehr coolen Wochenende" sprach. "Wir dürfen zufrieden heimfliegen. Ich glaube, wir haben noch ein bisschen was an Potenzial übrig fürs nächste Wochenende." Dann steht in Oberstdorf die Skiflug-WM auf dem Programm. Er freue sich auf die nächsten Tage und Wochen, sagte Tschofenig. "Da steht noch viel für uns an."
Fettner erneut stark
Fettner verpasste zwar seinen zweiten Saisonpodestplatz nach Rang drei zuletzt in Zakopane, holte aber sein viertes Top-Ten-Ergebnis in Folge. Der 40-Jährige, der seine Karriere nach dieser Saison beenden wird, darf sich damit zusehends größere Olympia-Hoffnungen machen. "Vor allem der erste Sprung war wieder richtig gut", meinte der Tiroler. Im zweiten Durchgang habe er zu viel attackiert. Ein Skifehler über dem Vorbau habe ihm einiges gekostet.
Mit seiner Sprungperformance, dem Set-up und dem Verlauf des Wochenendes sei er "sehr zufrieden", betonte Fettner. "Ein bisschen schade ist natürlich, zwei Podestplätze ein bisschen hergeschenkt zu haben." Am Vortag war der Routinier von Zwischenrang fünf mit einem schwächeren zweiten Versuch auf Rang sieben zurückgefallen. Im zweiten Bewerb rundeten Maximilian Ortner mit seinem besten Saisonergebnis als Siebenter und Stephan Embacher als Achter das mannschaftlich starke ÖSV-Ergebnis ab. Jonas Schuster kam auf Rang 18.
Lehren aus Kraft-Disqualifikation
Kraft wurde in der Qualifikation wegen eines aufgrund der Beinlänge um 5 mm nicht zulässigen Anzuges disqualifiziert. Am Vortag war der dreimalige Gesamtweltcupsieger Neunter geworden. "Es ist ein bisschen blöd gelaufen", schilderte ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl. Das Team war davon ausgegangen, dass beim zuletzt im Sommer verwendeten Anzug alles passe. "Kann passieren, sollte aber nicht passieren", meinte Widhölzl. "Es ist uns eine Lehre gewesen, dass wir noch genauer darauf schauen müssen."
Es sei in dieser Saison bis dahin auf allen Ebenen noch kein ÖSV-Athlet disqualifiziert worden, betonte der Chefcoach. "Aber ja, Regeln gelten für alle. Von dem her ist die Disqualifikation absolut in Ordnung, wenn es nicht passt."
Auf das Wochenende blickte Widhölzl positiv zurück. "Wir sind jederzeit in Schlagdistanz, dass wir um den Sieg mitspringen", meinte der Tiroler. "Wir sind dominant als Mannschaft. Das lässt uns sehr positiv auf das vorausschauen, was kommt." Nach der Skiflug-WM stehen für die Springer vor Olympia in Mailand/Cortina noch zwei Weltcupbewerbe in Willingen auf dem Programm. Hörl schob sich als bester Österreicher in der Weltcup-Gesamtwertung auf Rang vier, Titelverteidiger Tschofenig ist Sechster.