Lenzerheide

Slalom-Weltcup: Shiffrin fängt Maze ab

15.03.2013

US-Star gewinnt in Lenzerheide vor Bernadette Schild und Maze.

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Mikaela Shiffrin hat sich nach dem Weltmeistertitel im Slalom auch die kleine Kristallkugel in dieser Weltcup-Disziplin gesichert. Die erst diese Woche 18 Jahre alt gewordene US-Amerikanerin schnappte mit dem Sieg in Lenzerheide der Slowenin Tina Maze noch die Trophäe weg. Sensationelle Zweite vor den Augen ihre Schwester Marlies Schild wurde Bernadette Schild (+0,20), Maze musste sich mit Tagesrang drei begnügen (0,35), Kathrin Zettel wurde Vierte (1,44).

Traumlauf von Shiffrin
Maze war mit sieben Punkten Vorsprung in das entscheidende Rennen beim Saisonkehraus gegangen und lag nach Lauf eins auch plangemäß in Führung. Im Finale drehte Shiffrin allerdings auf und katapultierte sich von vier auf eins, während Maze zurückfiel. Shiffrin schlug die Hände vors Gesicht und sank bei Kaiserwetter und vor 9.000 Zuschauern in die Knie, Maze ließ enttäuscht die Schultern hängen. Die Gewinnerin der Gesamt-, Riesentorlauf- und Super-G-Wertung hatte diese Kugel noch als großes Ziel ausgegeben.

"Ich wollte sie, deshalb bin ich schon ein bisschen traurig. Ich habe nicht so attackiert", erklärte die 29-jährige Slowenin. Shiffrin dankte mit Tränen in den Augen allen voran ihrer "Mom".

Nächster Rekord für Maze
Maze hatte vor der Finalwoche die Chance auf den historischen Kugel-Jackpot, sie hätte als erste Rennläuferin alle Trophäen bei sich vereinen können. Doch ob der Absage der Abfahrt am Mittwoch bekam sie die Chance nicht mehr, den einen noch fehlenden Punkt auf die US-Amerikanerin Lindsey Vonn wettzumachen. Würde es für die Kombiwertung noch eine Kristallkugel geben, hätte diese ebenfalls Maze gewonnen. Auch wenn es nun mit der Torlauf-Krone nicht klappte, stellte sie Samstag trotzdem einen Rekord auf. Mit dem 23. Podestrang in dieser Saison ist sie alleinige Rekordhalterin in der ewigen Rangliste.

Bernadette trotzt Nervosität
Riesig war der Jubel im Schild-Lager, die verletzte große Schwester gratulierte der kleinen zum ersten Podestplatz mit einem großen Lachen im Gesicht und einer herzlichen Umarmung. Platz sechs im Slalom von Flachau im Jänner war das zuvor beste Karriereergebnis von Bernadette gewesen. "Ich war sehr nervös heute. Ich habe schon beim Einfahren gemerkt, dass ich ganz gut drauf war. Es war auch sicher kein Nachteil, dass unser Trainer den zweiten Lauf gesetzt hat", sagte die 23-Jährige. "Ich habe so eine gute Stabilität bekommen. Von mir aus kann die Saison jetzt noch weitergehen."

"Cool, das so runterzubringen"
Marlies Schild, die nach ihrem Comeback bei der WM wieder eine Pause eingelegt hat, weil zu den Knie- auch Rückenschmerzen gekommen war, freute sich enorm: "Ist schon cool, das heute im letzten Rennen noch so runterzubringen. Eigentlich wäre jetzt der Moment, aufzuhören, denn die zweite Schild steht jetzt auch auf dem Podium. Aber ich will noch weitermachen, und vielleicht stehen wir ja einmal gemeinsam auf dem Podium", meinte die Saalfeldnerin.

Zettel bezeichnete Rang vier nach einer "tollen Saison mit vielen Auf und Abs" als "zufriedenstellend". Carmen Thalmann wurde Achte, Alexandra Daum 14.

Hosp & Krichgasser out
Bereits im ersten Durchgang Endstation war für Vizeweltmeisterin Michaela Kirchgasser, sie fädelte ein und schied aus, so wie Nicole Hosp, die wegen eines Torfehlers im Finish disqualifiziert worden war. "Einfädler passieren schnell, aber das spiegelt leider die Saison wieder. Zum Glück hat es beim wichtigsten Rennen des Winters geklappt", sagte Kirchgasser, die am Sonntag noch im Riesentorlauf an den Start geht. Beendet ist die Weltcup-Saison hingegen für Hosp.

Hosp startet trotz Verletzung
Die Tirolerin hatte sich im Teambewerb am Freitag eine schmerzhafte Schulterverletzung zugezogen, von den erlittenen kleinen Muskelfasereinrissen ließ sie sich nicht vom Antreten abhalten. "Zipft mich deshalb an, denn es war ein guter Lauf", betonte Hosp. Als sie im Mannschaftswettkampf bei einem Tor eingehängt war, glaubte sie zunächst, die Schulter ausgekugelt zu haben. "Es war alles gelähmt, ich habe die Hand nicht gespürt. Es hat aber wohl nur den Hauptnerv getroffen."
 

Endstand im Damen-Slalom von Lenzerheide

1. Mikaela Shiffrin (5)
01:55.60
2. Bernadette Schild (15)
+00.20
3. Tina Maze (1)
+00.35
4. Kathrin Zettel (10)
+01.44
5. Wendy Holdener (7)
+01.77
6. Laurie Mougel (23)
+01.79
7. Maria Höfl-Riesch (6)
+01.95
8. Carmen Thalmann (22)
+02.35
9. Veronica Velez Zuzulova (2)
+02.36
10. Erin Mielzynski (13)
+03.12
11. Lena Dürr (9)
+03.19
12. Maria Pietilae-Holmner (4)
+03.23
13. Nathalie Eklund (11)
+03.42
14. Sarka Zahrobska (21)
+03.47
14. Alexandra Daum (24)
+03.47
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