Benzin gefunden

Amok-Anwältin hat Tat geplant

24.09.2010


Die 41-Jährige tötete ihren Sohn und Ex-Ehemann.

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Der Amoklauf in Lörrach in Deutschland war nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft teilweise geplant. Die Kriminaltechniker fanden rund 50 Liter Nitroverdünnung sowie zehn bis 20 Liter Benzin und mehrere Liter Spiritus, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Die 41-Jährige zündete demnach, nachdem sie großflächig die brennbaren Flüssigkeiten verteilt hatte, das Feuer vom Eingangsbereich der Wohnung aus an.

Krankenpfleger verhinderte Schlimmeres

Die Frau hatte in den Jahren 2004/2005 wegen ihrer Fehlgeburt und der anschließenden Schwangerschaft zwar kurzfristig Kontakt zu einem Psychotherapeuten. Es lägen jedoch bisher keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, dass sie danach in psychiatrischer oder psychologischer Behandlung war. Ihr Ehemann soll der Anwältin aber "in jüngster Vergangenheit" geraten haben, entsprechende Kontakte aufzunehmen. An das Datum der Fehlgeburt, die sich 2004 im Elisabethen-Krankenhaus in Lörrach ereignete, soll sie sich in den folgenden Jahren wiederholt erinnert haben. Aus einem aufgefundenen Schreiben habe sich zudem ergeben, dass sich die 41-Jährige im Jahr 2006 um eine Tätigkeit in der Verwaltung des Krankenhauses beworben hatte, aber nicht angestellt wurde.

Nach der Rekonstruktion der Geschehnisse nehmen Polizei und Staatsanwaltschaft zudem an, dass durch das Eingreifen des getöteten Krankenpflegers weitere Taten verhindert werden konnten. Er habe sich der Täterin entgegen gestellt und sie dadurch aufgehalten, bis kurze Zeit später die Einsatzkräfte eintrafen, teilten die Behörden weiter mit.

Trennung nicht verkraftet

Bei dem Amoklauf der 41-jährigen Rechtsanwältin waren am Sonntag vier Menschen ums Leben gekommen: der von ihr getrennt lebende 44-jährige Ehemann, der gemeinsame fünfjährige Sohn sowie ein 56-jähriger Krankenpfleger des Elisabethen-Krankenhaus und die Täterin selbst. Die 41-Jährige zündete nach der Tötung von Mann und Kind die Wohnung an und suchte dann das Spital auf.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge soll die Frau mit der Trennung von ihrem Ehemann und ihrem Kind nicht zurecht gekommen sein. Außerdem soll sie Schwierigkeiten gehabt haben, beruflich Fuß zu fassen.

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