Teurer Punkte-Kauf

Apples Riesenprofite: Ein Kinderspiel...

28.02.2013

In Apples App-Store stehen tausende Gratis-Spiele zum Donwload bereit, wo dann beim Spielen selbst virtuelle Münzen gekauft werden können.

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© Reuters
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So kann man freilich auch schnell sehr viel Geld machen: In Apples App-Store stehen tausende Gratis-Spiele zum Donwload bereit, wo dann beim Spielen selbst virtuelle Münzen gekauft werden können. Die geben bestimmte Über-Powers, Gegner können leichter weggeballert oder sonst wie besiegt werden. Eigentlich ist es schlimmer als Gambling: Immerhin gibt es im Casino die - wenn auch unwahrscheinliche - Chance, Geld zu gewinnen. Bei den Games, die Apple bereitwillig verbreitet, gibt es jedoch bloß Punkte.

Und nachdem eine ganze Generation von Kindern hinter iPhone-, iPod- und iPad-Schirmen verschwunden ist, darf geraten werden, was sie dort machen: Sie "kaufen Punkte". Bis die Eltern nach dem Erhalt teurer Abrechnungen draufkommen, dass sie ihre Passwörter besser schützen sollen. Ich weiß das aus eigener Erfahrung: Sohnemann Maxwell schaffte es in einem Nachmittag auf über 700 Dollar. Nach langwierigen Verhandlungen erhielten wir das Geld zurück. Max blieb dennoch das lautstarke "Lob" nicht erspart...

Doch andere Eltern hatten offenbar weniger Erfolg: 23 Millionen iTunes-Nutzer sollen nun nach dem Vergleich einer Sammelklage Geld zurückerhalten. Wie viel? Lachhafte fünf Dollar... Leider: Während Apple-Kunden mit dem fiesem Spiel-Kiosk Geld verloren, streifte der Konzern mit dem iTunes-Store allein im Vorjahr 3,7 Milliarden Dollar ein, wie viel davon durch dieses "virtuelles Spielgeld", das keinerlei Wert repräsentiert, ist unklar.

Apples "großzügige Entschädigung" wird der Laden mit täglichen Einnahmen von 40 Millionen in nur drei Tagen wettmachen. Apple gestaltete zwar inzwischen den Kauf-Prozess schwieriger, damit Kids nicht ganz so leicht "Buy" drücken können. Aber das diese Art der Luftgeschäfte legal bleibt und Apple weiter kräftig daran verdient, darf als fragwürdige Geschäftspraktik bezeichnet werden.

Mehr von unserem US-Korrespondenten Herbert Bauernebel finden Sie hier auf AmerikaReport.com


 
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