Kreml-Diktator

Experte: Putin-Angriff "näher als die meisten denken"

15.01.2024

Plant der russische Präsident Wladimir Putin (71) einen Angriff auf die Nato? Ein Militärexperte analysiert die aktuelle Situation.

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Der Westen sei "viel näher an einem Krieg gegen Russland, als die meisten realisieren", warnt Militärexperte Fabian Hoffmann, Wissenschaftler an der Universität Oslo via Plattform X (ehemals Twitter). In seiner Analyse geht der Experte davon aus, dass die Nato "bestenfalls zwei bis drei Jahre Zeit" habe, um Russland abzuschrecken.

Obwohl Moskau in der Ukraine große Probleme habe und der Nato militärisch unterlegen sei, würde Russland einen Angriff auf die osteuropäischen Nato-Länder riskieren, glaub Hoffmann. Die eigenen Schwächen seien vom Kreml miteinkalkuliert. So plane Russland keinen "groß angelegten konventionellen Krieg mit der Nato", wie in der Ukraine. Moskaus vorrangiges Ziel in einem Krieg mit der Nato sei es, "die Eskalation effektiv zu steuern und den Krieg zu für Russland günstigen Bedingungen frühzeitig zu beenden", analysiert der Militärexperte.

 

 

Das könnte Putins Plan sein

Das Ziel des Kreml-Diktators könnte brutale Abschreckung sein, hält Hoffmann in seinen Tweets fest. Putin würde in einem Kriegs-Szenario mit dem westlichen Verteidigungsbündnis wohl "weitreichende Angriffe auf kritische zivile Infrastrukturen in allen europäischen Nato-Ländern" anstreben, so der Experte. Hoffmann erläutert Putins mögliche Strategie so: "Unterstützen Sie Ihre osteuropäischen Verbündeten nicht, es sei denn, Sie wollen, dass Ihre Bevölkerung leidet."

Also wolle Moskau den Westen nicht militärisch, sondern psychologisch besiegen – ein "Wettbewerb der Risikobereitschaft", warnt Hoffmann. Putin setze darauf, dass der Westen nach dem Überfall auf osteuropäische Nato-Länder einen "Rückzieher" machen würde, um einen großen Krieg gegen Russland abzuwenden.

Kritik an Hoffmanns Analyse 

Der tschechische Militäranalyst Jakub Janovsky kritisiert Hoffmanns Analyse dagegen auf X. Er sagt, dass Moskau noch lange nicht zu einem Angriff auf die Nato in der Lage sei. So würde Russland "nach dem Krieg in der Ukraine", zunächst wieder "Zeit und Ressourcen benötigen", um seine Armee wieder aufzubauen. 

Janovsky hält es außerdem für völlig unrealistisch, dass Russland die Nato mit reiner Willenskraft in die Knie zwingen wolle.

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