Hantavirus-Alarm

Hat sich das Ehepaar an einer Müllhalde angesteckt?

08.05.2026

Von einer argentinischen Müllhalde soll für das Hantavirus-Drama verantwortlich sein. Die beiden wollten dort seltene Vögel beobachten.

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© AFP
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Laut der britischen Zeitung "The Sun" besteht der Verdacht, dass das Hantavirus von einer argentinischen Müllhalde stammte. Das niederländische Ehepaar soll an der Deponie in Ushuaia Vögel beobachtet haben, bevor sie das Kreuzfahrtschiff "Hondius" betreten und das Virus mitgebracht haben.

Die Müllhalde in Ushuaia ist ein spezieller Ort für Naturfreunde. Dort können große Andenkondore und Karakaras beobachtet werden. Der Andenkondor ist ein riesiger Aasvogel. Seine Flügelspannweite beträgt bis zu drei Metern. Karakaras sind in Südamerika eine weitverbreitete Greifvogelart. 

Beliebter Beobachtungsort

An der Deponie kämpfen die Vögel um Nahrung, wodurch sie einfach aus nächster Nähe zu beobachten sind. Unter Vogelbeobachtern gilt der Ort somit als ein ungewöhnlicher Beobachtungspunkt.

Das Hantavirus wird hauptsächlich durch Kontakt mit infizierten Nagetieren und deren Ausscheidungen verbreitet. Aus diesem Grund sind vor allem Dachböden, Schuppen, aber auch Mülldeponien mögliche Infektionsorte.

Genauer Infektionsort unklar

Der 70-jährige Niederländer starb am 11. April an Bord der "Hondius". Seine Frau verstarb zwei Wochen später. Das niederländische Paar soll laut WHO eine Rundreise in Argentinien und Chile gemacht haben.

Das Kreuzfahrtschiff hielt sich wochenlang in Ushuaia auf. Es ist ein beliebter Ausgangspunkt für Antarktis-Reisen. Weiterhin bleibt unklar, wo sich genau das Paar angesteckt hat. Die Inkubationszeit des Virus liegt zwischen einer und acht Wochen.

40 Passagiere verließen Schiff vorzeitig

Argentinien gehört zu jenen Ländern mit hohen Hantavirus-Zahlen. Kurioserweise gibt es in Ushuaia bisher keinen dokumentierten Fall.

Zusätzlich Sorgen bereiten jene etwa 40 Passagiere, die das Schiff auf St. Helena vorzeitig verlassen haben. Wie "The Sun" berichtet, reisten diese in weiteren Ländern. Nun versuchen Experten festzustellen, wo sich das Virus noch weiterverbreitet haben könne.